Viscom legt erfolgreichen Start hin

1. Juni 2006, 14:11
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Die Aktien des deutschen Anlagenbauers sind bei ihrem Börsendebüt auf reges Interesse gestoßen und haben den Anlegern Zeichnungsgewinne beschert

Frankfurt - An ihrem ersten Handelstag am Mittwoch legten die Papiere des deutschen Anlagebauers Viscom zeitweise bis auf 20,40 Euro zu, ein Plus von zehn Prozent zum Ausgabepreis von 18,50 Euro. Am Nachmittag wurden die Anteilsscheine noch mit 19,50 Euro gehandelt.

Der Hersteller von Maschinen zur Qualitätsprüfung elektronischer Bauteile hatte die von 17,20 bis 18,50 Euro reichende Angebotsspanne für seine zur Ausgabe vorgesehenen 2,9 Millionen Aktien voll ausgereizt. Mit einem Platzierungsvolumen von bis zu 54 Millionen Euro zählt der Börsenneuling zu den kleineren Neuemissionen im Prime Standard der Frankfurter Börse in diesem Jahr.

Die Viscom aus dem Börsengang zukommenden Gelder von 42,6 Millionen Euro sollen jeweils zur Hälfte in den Ausbau des Vertriebs und die Entwicklung neuer Produkte gesteckt werden. Die 1984 gegründete Gesellschaft aus Hannover erzielte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben einen Rekordumsatz von 50,5 Millionen Euro.

Woche der Börsedebüts

Bereits am Donnerstag wird der Kurszettel mit weiteren Namen bestückt. Mit Interesse dürften die Anleger vor allem das Börsendebüt von Air Berlin verfolgen. Die defizitäre Billigfluggesellschaft hatte wegen der anfänglich schleppenden Nachfrage ihre Preisspanne gesenkt und den Börsengang um einige Tage verschoben. Air Berlin war damit auf Kritiker zugegangen, die wegen hoher Risiken wie steigende Treibstoffpreisen und dem harten Wettbewerb auf dem europäischen Billigflugsektor einen Preisnachlass gefordert hatten. Mit einem Emissionsvolumen von nunmehr maximal 616 Mio. Euro zählt die Airline zu den größten Börsengängen in Deutschland in diesem Jahr.

Für Donnerstag plant auch der Solarindustrie-Zulieferer Roth & Rau sein Debüt am Kapitalmarkt, allerdings im nur schwach regulierten Wachstumssegment Entry Standard. Roth & Rau konnte wie Viscom seine Preisforderungen durchsetzen und gibt seine Aktien zu je 36 Euro am oberen Ende der Spanne aus. Vom Emissionsvolumen von maximal 47,7 Mio. Euro kommen 27 Millionen Euro dem Unternehmen zu Gute. (APA/Reuters)

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