Wacker Construction schnuppert Börseluft

1. Juni 2006, 14:11
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Der deutsche Baumaschinenhersteller peilt IPO noch in diesem Jahr an

München - Die Wacker Construction Equipment AG will als erster deutscher Baumaschinenhersteller den Sprung auf das Börsenparkett wagen. "Dieser Börsengang soll 2006 stattfinden, wenn das Börsenumfeld weiterhin positiv ist", sagte Vorstandschef Georg Sick am Montag in München. Nach einem Rekordjahr 2005 sei das Unternehmen gut für diesen Schritt gerüstet.

Ausstieg von US-Finanzinvestor

Auf diesem Weg soll dem US-Finanzinvestor Lindsay Goldberg & Bessemer der Ausstieg ermöglicht werden, der sich Ende 2003 mit 30 Prozent beteiligt hatte, als es mittlerweile beigelegte Streitigkeiten zwischen den Familiengesellschaftern gab. Wacker sieht sich als Weltmarktführer bei leichten Baugeräten und hat laut Sick noch nie Verluste gemacht.

Die 1848 als Schmiede gegründete Firma stellt zum Beispiel Walzen und Presslufthämmer her. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr auch durch die Übernahme des Radlader-Herstellers Weidemann um 22 Prozent auf gut 503 Millionen Euro. Auf längere Sicht peilt Wacker Erlöse in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro an. Der Überschuss legte 2005 parallel zum Umsatz auf 31,3 Millionen Euro zu. Im laufenden Jahr sollen Umsatz und Gewinn prozentual zweistellig wachsen. Künftig soll etwa die Hälfte des Jahresüberschusses als Dividende ausgeschüttet werden.

Wachstumsunternehmen

Sick sieht Wacker Construction Equipment als Wachstumsunternehmen. "Wir hatten auch in der Krise am Bau in Deutschland Wachstum." Zudem sei das Unternehmen international gut vertreten, so dass regionale Zyklen gut aufgefangen werden könnten. Wacker Construction Equipment produziert in Reichertshofen, in Menomonee Falls in den USA und in Manila. "Wir glauben an den Fertigungsstandort Deutschland", betonte Sick. Das Werk verfüge über hohe Flexibilität und Produktivität. Derzeit arbeiten bei Wacker etwa 1.000 von 2.600 Beschäftigten in Deutschland.

Für die Finanzierung des weiteren Wachstums zum Beispiel durch den Ausbau des Vermietgeschäfts und die Expansion in neue Regionen ist im Rahmen des Börsengangs auch eine Kapitalerhöhung geplant. Derzeit hält die Familie Wacker die Mehrheit. "Die Familie steht zu dem Unternehmen", sagte Sick. Nach derzeitigem Stand wolle niemand aus der Familie Aktien verkaufen. Dadurch werde die Familie die Mehrheit behalten. (APA/dpa)

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