Kranke Knochen

10. Mai 2006, 14:49
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Die Stoffwechsel-Erkrankung Osteoporose ist vor allem bei Frauen im Vormarsch - Möglichkeiten der Prävention bestehen

Weltweit sind etwa 75 Millionen Menschen betroffen. Alleine in Österreich leiden zwischen 600.000 und 700.000 darunter. Überwiegend Frauen über fünfzig, wobei das Geschlechterverhältnis 3 zu 1 beträgt. Obwohl die genannten Zahlen lediglich auf Schätzungen der WHO beruhen, bieten sie Anlass zur Beunruhigung. Die Rede ist von Osteoporose, im Volksmund "Knochenschwund" genannt, die mittlerweile zu den häufigsten Zivilisationserkrankungen zählt und im Ansteigen begriffen ist. Jährlich steigt die Erkrankungsrate um drei Prozent.

Stoffwechselerkrankung mit Folgen

Unter Osteoporose wird eine Abnahme der Knochenmasse, -struktur und -funktion verstanden, die zu einer schmerzhaften mechanischen Instabilität des Skeletts mit der Gefahr von Knochenbrüchen führt. Allgemein ausgedrückt liegt dieser häufigsten Knochenerkrankung ein Missverhältnis zwischen Knochenaufbau und -abbau zu Grunde, das sich hauptsächlich in der postklimaterischen und Altersosteoporose zeigt. Das Hauptsymptom der Erkrankung sind vor allem starke Knochenschmerzen.

In Europa erleiden im Verlauf ihres Lebens eine von drei Frauen und einer von fünf Männern eine osteoporöse Knochenfraktur. 45 Prozent aller Frauen über fünfzig Jahre weisen reduzierte Knochendichtewerte auf und das Lebenszeitfrakturrisiko beträgt bei Frauen vierzig Prozent, bei Männern dreizehn Prozent. Alleine im Jahr 1995 wurden in österreichischen Krankenhäusern 11.000 PatientInnen mit Osteoporose assoziierten Schenkelhalsbrüchen behandelt. Zwischen 1928 und 1992 hat sich die Häufigkeit dieser Brüche in Österreich verfünffacht.

Dabei sind auch die jährlichen Kosten in Folge solcher Frakturen enorm: Europaweit werden sie auf mehr als 30 Millionen Euro geschätzt, wobei eine Verdoppelung in den nächsten Jahrzehnten erwartet wird. Dabei spielt sowohl die steigende Lebenserwartung als auch - und vor allem - das immer geringere Bewegungsausmaß im Alltag eine Rolle.

Ursachen von Osteoporose

Da überwiegend Frauen nach den Wechseljahren von Osteoporose betroffen sind, wurde lange Zeit in erster Linie der sinkende Spiegel des Hormons Östrogen dafür verantwortlich gemacht. Nach neuesten Forschungsergebnissen der US-amerikanischen Mount Sinai School of Medicine soll jedoch noch ein weiteres Hormon an der Entstehung des Knochenschwunds beteiligt sein.

An Versuchen mit Mäusen haben die ForscherInnen heraus gefunden, dass das Follikel stimulierende Hormion FSH an der Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron beteiligt ist. Ein hoher FSH-Spiegel habe, so die WissenschafterInnen, eine "verheerende Auswirkung auf die Knochenstruktur". Folglich wäre die Blockade der FSH-Rezeptoren eine Alternative zur Hormonersatz-Therapie, die bekanntlich mit einem hohen Gesundheitsrisiko - siehe Sonderseite Wechseljahre - behaftet ist.

Möglichkeiten der Prävention

So wie bei jeder anderen Zivilisationskrankheit auch, liegen die Ursachen - abseits der hormonellen Wirkungen - zu einem Großteil an einem ungesunden Lebensstil, der sich durch unzureichende Bewegung und einseitige Ernährung ausweist. Wer sich nicht körperlich betätigt, verliert fünf bis zehn Prozent der Muskel- und damit auch der Knochenmasse pro Jahr. Dabei ist der Aufwand relativ gering. Tägliches zügiges Zufußgehen und Stiegensteigen wäre schon ein Anfang. Gut für die Knochen - Bewegung regt den Aufbau der Knochen an - ist auch Laufen, Trampolin- und Schnurspringen; also jede Bewegung, die eine Federung bewirkt.

Da sich Kalzium zu 99 Prozent in Form von Kalksalzen im Knochen befindet, ist es für den Aufbau derselben von entscheidender Bedeutung. Der Einbau des Kalziums in das Knochengewebe erfolgt mit Hilfe des Vitamin D. Daraus ergibt sich, bei der Ernährung auf ausreichende Kalzium- und Vitamin D-Zufuhr zu achten. Eine weitere wirkungsvolle ernährungstechnische Methode stellt das Einsparen von saurer Nahrung zu Gunsten basischer dar. Wie die praktische Ärztin und Homöopathin Maria Pertiller betont, sollte die Relation 3 zu 1 betragen, das heißt zwei Drittel der aufgenommenen Nahrung aus Gemüse, Salaten, Obst, Hirse und kalt gepressten Ölen bestehen und nur ein Drittel aus sauren Lebensmitteln wie Kaffee, Weizen, Zucker, tierischem Eiweiß und Fett. Siehe dazu auch die Ernährungshinweise auf der Sonderseite Wechseljahre. (dabu)

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    Der Mineralgehalt der Knochen nimmt bis zum 40. Lebensjahr zu, bis eine individuelle maximale Knochenmasse erreicht ist. Im weiteren Lebensverlauf werden dann etwa 0,5 bis 1,5 Prozent jährlich wieder abgebaut.
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