Lamy glaubt weiter an Doha-Erfolg

26. Juni 2006, 14:11
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Schlüsselfrage sei der Umgang mit Subventionen und Zöllen auf landwirtschaftliche Güter

München - WTO-Generaldirektor Pascal Lamy hält einen Erfolg bei den Verhandlungen über eine Liberalisierung des Welthandels trotz enormer Schwierigkeiten nach wie vor für möglich. "Nach Gesprächen mit wichtigen Unterhändlern in Genf in den letzten Tagen bleibe ich überzeugt, es kann noch geschafft werden - mit ein wenig mehr gutem Willen der Mitglieder", sagte der Chef der Welthandelsorganisation (WTO) am Donnerstag auf dem Munich Economic Summit.

Der Schlüssel für einen Erfolg der so genannten Doha-Runde liege in den Händen der EU, der USA und der Gruppe der aufstrebenden Länder in der G-20-Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Schlüsselfrage sei der Umgang mit Subventionen und Zöllen auf landwirtschaftliche Güter. Es lägen schon bemerkenswerte Vorschläge auf dem Tisch, sagte Lamy.

Bestehende Vereinbarungen

Er verwies auf bestehende Vereinbarungen zwischen der EU, den USA und Japan zum Abbau von handelshemmenden Subventionen auf Agrargüter oder ein grundsätzliches Verständnis, dass bei einem Zollabbau bei Industriegütern hohe Zölle stärker gesenkt werden müssen als niedrigere Zölle. Im Endeffekt müsse eine Dreieckslösung gefunden werden, sagte Lamy.

Die G-20 und die USA verlangten von Europa die Senkung der Zölle auf landwirtschaftliche Güter, während die EU und die G-20 von den USA geringere Subventionen forderten. Die EU und die USA wollten wiederum von aufstrebenden Wirtschaftsnationen wie Indien oder China eine Absenkung der Zölle auf Industriegüter. (Reuters/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.5.2006)

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