Fest für, von und mit Marlene Streeruwitz

1. Juni 2000, 22:17

Die Dramatikerin und Erzählerin feierte im Schauspielhaus

Wien - Zum Fest für, von und mit Marlene Streeruwitz hat die edition selene für am Mittwoch ins Schauspielhaus Wien geladen. Der Wiener Literatur- und Kunstverlag feierte damit Primzahljubiläum, seinen siebenten Geburtstag nämlich, den er einem anderen Geburtstagskind widmete, der österreichischen Dramatikerin und Erzählerin Marlene Streeruwitz, die am 28. Juni ihren 50. Geburtstag feiert.

"Und sonst. Sonst war alles umsonst." war das Motto des "bunten Abends", zu dem sich eine prominente Schar von FreundInnen eingefunden hatten, um in verteilten Rollen aus Bühnenstücken der AutorInnen zu lesen. So auch Johanna Dohnal und Alice Schwarzer, die den Ehrenschutz übernommen hatten. Elfriede Jelinek war gekommen, um ihren Einführungstext zur Ausgabe der Stücke von Streeruwitz vorzutragen.

Sieben der neun Theatertexte der 1950 in Baden bei Wien geborenen Autorin wurden nicht in Österreich aufgeführt, ihre Bücher erscheinen in deutschen Verlagen (Suhrkamp und nunmehr S. Fischer, wo zuletzt ihr dritter Roman "Nachwelt" erschien, der in die Bestsellerlisten kletterte). Erst das Aufsehen, das ihre Stücke in Deutschland und Amerika fanden, brachte bezeichnenderweise Streeruwitz auch Anerkennung in ihrer Heimat, die sich allerdings bis heute noch nicht bis in die Intendanzen der großen Häuser durchgerungen hat. Der Leseabend brachte das umso nachhaltiger ins Bewusstsein, da die freundschaftliche Laien-Assistenz, vor allem den Wunsch nach professioneller Interpretation der Texte provozierte.

So war es ein Insider-Vergnügen nur für jene, welche die Stücke ohnehin kannten und die wussten, dass sie gekommen waren, um eine der bedeutendsten Autorinnen des deutschen Sprachraums zu feiern. Dass das unter der Patronanz von Alice Schwarzer, Johanna Dohnal und Elfriede Jelinek geschah, ist nicht zufällig. Feminismus ist der wesentlichste Ausgangspunkt der Arbeit und des Engagements der Schriftstellerin, die mit ihren Texten tief in die maskulinen Prägungen (Eitelkeiten und Virtuositäten) der Sprache einschlägt und abschlägt. (APA)

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