Swisscom-Chef für Privatisierung

1. Juni 2006, 16:51
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Für Anton Scherrer gibt es nur eine Chance, die Zukunft des Schweizer Telekom-Unternehmens zu sichern: Der Bund soll sich zurückziehen

Bern - Der neue Swisscom-Präsident Anton Scherrer fordert die vollständige Privatisierung des Schweizer Telekom-Unternehmens. Ein Nein zur Privatisierung würde die Swisscom längerfristig gefährden.

Sollte eine vollständige Privatisierung nicht möglich sein, müsse sich der Bund bis 2009 zumindest auf eine Minderheitsposition zurückziehen, sagte Scherrer in einem Interview mit der "SonntagsZeitung". Allenfalls könnte der Bund eine Sperrminorität behalten.

"Unternehmerische Freiheit"

"Wir brauchen mehr unternehmerische Freiheit", begründete Scherrer seine Forderung nach einem Rückzug des Bundes. "Die angestammten Telekom-Dienstleistungen allein genügen nicht mehr, um dem Unternehmen eine florierende Zukunft zu ermöglichen."

Die Swisscom müsse neue Geschäftsfelder erschließen können, zum Beispiel das Fernsehen. In den neuen Geschäftsbereichen könnte vom Bund aber eine Bremswirkung ausgehen, und auch Interessenskonflikte seien nicht auszuschließen, warnte Scherrer.

Scherrer war am vergangenen Dienstag zum neuen Präsidenten des Swisscom-Verwaltungsrats gewählt worden. Der frühere Migros-Chef löste Markus Rauh ab. (APA/sda)

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