Fahrradmarkt wächst, Umsätze sinken

11. Mai 2006, 19:31
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Ein Rad kostet im Schnitt 231 Euro - Anteil des Fachhandels schrumpft, immer mehr Drahtesel werden im Supermarkt oder in Diskontern verkauft

Wien - Der österreichische Fahrradmarkt wächst - gemessen an der Stückzahl. Der Umsatz ist allerdings leicht rückläufig, weil die Preise sinken. 524.000 Fahrräder wurden in Österreich im Vorjahr verkauft, um 2,4 Prozent mehr als 2004, der Umsatz belief sich auf 121 Millionen Euro. Heuer wird ein Absatzplus auf 530.000 Räder erwartet, bei einem leicht rückläufigen Umsatz von 119,3 Mio. Euro, geht aus einer Branchenstudie des Marktforschers Kreutzer Fischer & Partner hervor.

Für das kommende Jahr wird ein Absatz von 537.500 Rädern bei einem Umsatz von 123,6 Millionen Euro erwartet. In den letzten drei Jahren hat es in Österreich laut Studie einen regelrechten Boom bei Fahrrädern gegeben, die Nachfrage ist seit 2002 um 33 Prozent gestiegen. Die Preise sanken in diesem Zeitraum um 9,5 Prozent - trotz steigender Rohstoffpreise.

Schnäppchen oder Luxusrad

Im Durchschnitt kostet ein Fahrrad heute 231 Euro. Wie in vielen Branchen wird laut Studie auch bei Fahrrädern das Mittelpreissegment zunehmend ausgehöhlt. Die Devise laute, entweder Schnäppchen oder Luxusrad. Die Gruppe der "Fahrrad-Freaks", die 2.000 Euro und mehr für ein Fahrrad ausgebe, sei zwar klein, aber stark im Steigen, hieß es. Noch könne dieser Trend jedoch die Abwanderung vom Mittelpreissegment zum Niedrigpreissegment nicht kompensieren. Die Importe aus Vietnam und China sind seit 2000 um das Dreifache gestiegen.

Neben dem Fach- und Sportartikelhandel werden Fahrräder verstärkt in Supermarktketten und bei Diskontern angeboten. 1997 wurden noch 40 Prozent der Fahrräder im Fachhandel gekauft, 2005 waren es nur mehr 25 Prozent. Der Fachhandel hat sich zunehmend zur Vertriebsschiene für das Hochpreissegment von 1.000 Euro aufwärts pro Rad entwickelt, während billigere Räder zunehmend bei Diskontern, Super- und Baumärkten verkauft werden.

Kostengünstiges Verkehrsmittel

Was den Neukauf gemessen pro 1.000 Einwohner betrifft, liegt Österreich an vierter Stelle in Europa. Nur in den Niederlanden, Dänemark und Deutschland tritt man noch lieber in die Pedale. Als wesentlicher Treiber für die wachsende Nachfrage ortet der Marktforscher die wachsende Bedeutung des Fahrrades - neben der eines Freizeitgerätes - als kostengünstiges Verkehrsmittel. Die Österreicher legen im Schnitt 140 km pro Kopf pro Jahr mit dem Rad zurück.

46 Prozent der österreichischen Bevölkerung benutzen das Rad ausschließlich für Sport und Ausflüge. 18 Prozent der österreichischen Sommergäste geben an, in Österreich Fahrradurlaub zu machen, Tendenz stark steigend. (APA)

  • Neben dem Fach- und Sportartikelhandel werden Fahrräder verstärkt in Supermarktketten und bei Diskontern angeboten.
    foto: standard/christian fischer

    Neben dem Fach- und Sportartikelhandel werden Fahrräder verstärkt in Supermarktketten und bei Diskontern angeboten.

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