Die Folgen des GAUs in Zahlen

11. Juli 2006, 09:57
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350.000 Bewohner der Ukraine und Weißrusslands mussten ihre Häuser für immer verlassen

  • Die Wucht der Explosion im AKW Tschernobyl riss am 26. April 1986 die 3000 Tonnen schwere Abdeckplatte des Atomkraftwerks in die Luft.

  • 500 Millionen Europäer wurden nach UN-Angaben vom radioaktiven Niederschlag berieselt. 350.000 Bewohner der Ukraine und Weißrusslands mussten ihre Häuser und Wohnungen für immer verlassen. In beiden Ländern sowie in Russland wurde eine Fläche von 146.000 Quadratkilometern stark kontaminiert.

  • 6,8 Millionen Menschen leben noch heute in Gebieten mit erhöhter Verstrahlung.

  • 10.000 Menschen (einschließlich der Kraftwerksangestellten) arbeiten heute in der 30-Kilometer-Sperrzone rund um das Kraftwerk. Nach 15 Tagen im Schichtbetrieb hat jeder Arbeiter 15 Tage frei. In der Sperrzone lagern zwei Millionen Kubikmeter radioaktiver Abfall.

  • Für das Abwracken des ausgeglühten Atommeilers kommen aus dem Budget der ukrainischen Regierung jährlich 50 Millionen Euro. Weitere 16,6 Millionen Euro für die Beseitigung anderer Schäden.

  • Der eilig betonierte Sarkophag über dem explodierten Reaktor ist brüchig, es muss ein neuer errichtet werden. In den dafür eingerichteten „Tschernobyl-Schutzfonds“ wurden bisher weltweit 760 Millionen Dollar (rund 613 Millionen Euro) einbezahlt. Rund 1,2 Milliarden Dollar (rund 967 Millionen Euro) soll der neue, 250 Meter breite und 100 Meter hohe Schutzbau kosten, nochmals knapp eine Milliarde Dollar (rund 806 Millionen Euro) sind für weitere Schutzvorkehrungen projektiert.

  • 9000 oder 90.000 Opfer? Die Opferangaben sind bis heute strittig. Von jenen 500.000 „Liquidatoren“, die direkt nach dem Unglück zu Aufräumarbeiten zum Reaktor geschickt wurden, sollen mittlerweile laut Verwaltung der Sperrzone 100.000 Invaliden sein. (ker, DER STANDARD Printausgabe, 26.04.2006)
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