Solange die Lacken noch Wasser haben

    21. April 2006, 18:19
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    Vogelschau im burgenländischen Seewinkel - ein Fernglas und eventuell ein Vogelbestimmungsbuch gehören unbedingt ins Gepäck

    Im burgenländischen Seewinkel befinden sich ungefähr 80 Lacken, seichte Weiher, die salziges Wasser enthalten. Auf diesen Lacken und an ihren Rändern sind an die 300 Vogelarten anzutreffen, die zu einem erheblichen Teil dort auch brüten. Nach längeren Trockenzeiten verschwindet das Wasser in den Lacken und hinterlässt eine weiße Schicht aus Salz und Soda, die aussieht, als würde Schnee den Boden bedecken.

    Im Vorjahr gab es in den meisten Gewässern des Seewinkels kaum noch Wasser, lediglich ein paar Tümpel blieben als Relikte der Lacken, von denen sich natürlich auch die Vögel zurückzogen. Heuer hat der schneereiche und lange Winter den Grundwasserstand wieder angehoben, und da nun der Vogelzug seinem Höhepunkt entgegen geht, bietet sich eine Radtour durch den Seewinkel jetzt geradezu an, bei der es viel zu beobachten und zu bestaunen gibt.

    Staunen aus der Ferne

    Ein Fernglas und eventuell ein Vogelbestimmungsbuch gehören bei dieser Tour unbedingt ins Gepäck, denn die Ränder der Gewässer dürfen aus Naturschutzgründen oft nicht betreten werden. Zudem sollte man sich Zeit lassen.

    Der Lacken-Radwanderweg – mit der Bezeichnung B20 – führt zu den wichtigsten Lacken des Seewinkels und auch an den Rand des Neusiedlersees. Auf der Strecke gibt es etliche Tafeln mit ausführlichen und interessanten Informationen; man kommt an Aussichtsplattformen vorbei, von denen man einen guten Überblick über die eigenartige Landschaft erhält und natürlich auch sehr gut die Tiere beobachten kann.

    Im brettlebenen Seewinkel gibt es bekanntlich keine Steigungen, nur der Wind kann ziemlich unangenehm werden, wenn man gegen ihn anradeln muss.

    Die Strecke weist – wie generell im Burgenland üblich – eine tadellose Beschilderung und Markierung auf, so dass man seine Aufmerksamkeit getrost der Landschaft und den Vögeln zuwenden kann und nicht ständig in die Karte schauen muss. Da man auf der Runde immer wieder durch Ortschaften kommt, fehlt es auch nicht an geeigneten Stätten für eine gemütliche Rast. Für Rennräder eignet sich der Kurs allerdings wenig.

    Die Route: Von Podersdorf fährt man durch die Frauenkirchner Straße an den Ortsrand und folgt dann den grünen Wegweisern B20. Erster Höhepunkt ist der Zicksee bei St. Andrä, dann geht es weiter zur berühmten Langen Lacke nach Apetlon.

    Warmsee und Große Neubruchlacke sind die nächsten Stationen vor Illmitz. Richtung Seebad radelt man bis zur Zicklacke und hält sich dort rechts, um zum Unteren und dann zum Oberen Stinkersee zu fahren. Direkt am Schilf bestandenen Ufer des Neusiedler Sees kehrt man zum Ausgangspunkt Podersdorf zurück.

    Ein Tipp aus Erfahrung: Es zahlt sich aus, die Runde so zu wählen, dass man den zweiten Teil bei Rückenwind absolviert.

    Die Entfernungen:

    Podersdorf – St. Andrä 16 km,

    St. Andrä – Illmitz 18 km,

    Illmitz – Podersdorf 14 km;

    gesamt 48 km. Höhendifferenz unerheblich. Gsthäuser und Heurige entlang der ganzen Strecke. Radkarte Neusiedlersee, Maßstab 1:100.000 (Der Standard, Printausgabe 23./24.4.2006)

    Von Bernd Orfer
    • Ein Saebelschnaebler im Nationalpark Neusiedler See
      nationalpark neusiedler see - seewinkel

      Ein Saebelschnaebler im Nationalpark Neusiedler See

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