Neue Wege für Radler

31. Juli 2007, 20:54
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Der Radler-Anteil in Wien hat deutlich zugenommen - Karlsplatz bis "Skywalk" - Heuer kommen einige "Strampelpfade" dazu

Es sind mehr und sie sind öfter unterwegs: Der Radler-Anteil in Wien hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Als neues Angebot kommen heuer einige "Strampelpfade" dazu.

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Wien – Amtlich und offiziell bestätigt ist es nicht. Aber dass der Wiener Radverkehr deutlich zugenommen hat, steht außer Zweifel: "Die drei Prozent von früher sind lang hinüber", ist sich Planungsstadtrat Rudi Schicker (SP) sicher und schätzt: "Wir liegen derzeit sicher zwischen fünf und sechs Prozent." Allein bei der automatischen Radl-Zählstelle am Opernring werden zwischen April und Oktober im Schnitt 4000 Strampler pro Tag gemessen. Und sogar im Jahresschnitt sind es immer noch 2700 Radfahrer – knapp eine Million pro Jahr.

Messung von der Mariahilferstraße

Aktuellste Messung von der Mariahilferstraße: An Werktagen knapp 3500 Räder – somit ist dort jedes 5. Fahrzeug ein Fahrrad. Im wienweiten Schnitt scheut bereits jeder fünfte Radler den Winter nicht und ist praktisch das ganze Jahr über konstant unterwegs.

Ziel: Acht Prozent

Schicker: "Wir holen stetig auf und haben die Werte von 2003 fast erreicht." Und das war das "Streikjahr", in dem tageweise praktisch fast alle Bewohner der Stadt sich radelnd fortbewegten.

Das Ziel – den Radanteil bis 2010 auf rund acht Prozent zu steigern – ist aber längst nicht erreicht. Daher sollen neue Angebote das Umsteigen weiter erleichtern. Die wichtigsten Projekte für heuer:

Wientalradweg

In Margareten wird beim Café Rüdigerhof der "Margeritensteg" über den Wienfluss endlich eröffnet – wenn die Bauarbeiten am Sammelkanal abgeschlossen sind. Damit ist die durchgängige Radverbindung von Purkersdorf bis zum Naschmarkt im Prinzip fertig. Zukunftsmusik ist noch eine Brücke für den Gaudenzdorfer Knoten/ U4 Margaretengürtel. Ob der Wientalradweg in das Flussbecken verlegt werden kann, wird derzeit als rot-grünes Projekt geprüft.

Penzing

Eine neue wichtige Verbindung wird der "Mauerbachsteg" neben der Westbahn sein, der über die Mauerbachstraße führen wird. Dazu kommt ein neuer Radweg zum Auhofcenter.

Gürtel

Der fehlende Anschluss vom Westbahnhof zur Wienzeile wird in Angriff genommen – er soll auf der Mariahilfer Seite realisiert werden, wird aber erst 2007 zur Verfügung stehen.

Meidling

Eine wichtige Verbindung soll in der Arndt-‑ straße geschaffen werden – die Verbindung von Längenfeldgasse zum Gürtel.

Karlsplatz

Im Zuge der Umbauten am Karlsplatz wird eine durchgehende Verbindung von der Nibelungengasse (Anschluss zur "Zweierlinie") bis zum Schwarzenbergplatz realisiert.

Donaustadt

Zwei neue Radverbindungen: In der Wagramer Straße wird die Verbindung zwischen Kagraner Platz und Rennbahnsiedlung geschaffen. Und die Stadlauer Straße bekommt einen neuen Radweg.

Döbling

Eines der spektakulärsten Projekte, das deutliche Verbesserungen bringen soll, ist der "Skywalk" in der Spittelau, dessen Errichtung heuer beginnt. Er wird eine barrierefreie Verbindung von Döbling zum Alsergrund schaffen – also vom Türkenschanzpark bis zum Zaha Hadid-Bau am Donaukanal. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD Printausgabe 13.4.2006)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Auf der stark befahrenen Mariahilferstraße gibt es keinen Radweg. An Werktagen wurden knapp 3500 Räder gezählt. Somit ist dort jedes 5. Fahrzeug ein Fahrrad.

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