Rucola ist wieder Nitratbombe

29. Jänner 2007, 14:19
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Erschreckendes Ergebnis bei Rucola-Untersuchung - Sechs von elf Proben waren eine wahre Nitrat-Bombe

Salzburg - Ein erschreckendes Ergebnis hat eine Untersuchung der Arbeiterkammer (AK) Salzburg für Rucola erbracht: Der neue Richtwert wurde um bis zu 2.410 mg/kg überschritten. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit stufte bei sechs Proben den Rucola als "für den menschlichen Verzehr ungeeignet" ein. Die gute Nachricht: Wer zu Gründonnerstag köstlichen Spinat und zur Osterjause frische Radieschen genießen will, kann das ohne Bedenken tun - die Proben waren alle einwandfrei, so die Arbeiterkammer.

Radieschen und Spinat entsprechen den Bestimmungen

Die AK kaufte im März und April dieses Jahres in der Stadt Salzburg und Umgebung Rucola, Radieschen und Spinat ein. Das Gemüse wurde noch jeweils am selben Tag zur Untersuchung in die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Lebensmitteluntersuchung Salzburg, gebracht. "Während bei allen untersuchten Radieschen und Spinat die Lebensmittel-Bestimmungen eingehalten wurden, ergab die Untersuchung von Rucola einmal mehr ein erschreckendes Ergebnis", sagte AK-Konsumentenschützer Heimo Typplt.

Beträchtliche Überschreitung der Werte bei Rucola

Die Rucola-Proben überschritten zum Teil beträchtlich den neuen Richtwert von 4.000 mg/kg Nitrat im Gemüse. Die AGES bezeichnete insgesamt sechs Proben (54,4 Prozent) als für den Verzehr ungeeignet. Der Rucola hätte nicht verkauft werden dürfen. Zwei Proben lagen zwar über dem Richtwert, wurden von der AGES wegen der Messunsicherheit aber nicht als krasse Überschreitung eingestuft.

Auch Bio-Rucola knapp über dem Richtwert

Eine Probe(Bio-Rucola) überschritt knapp den Richtwert, wurde jedoch wegen der Messunsicherheit als entsprechend beurteilt. Lediglich zwei Proben erfüllten hinsichtlich des Nitratgehaltes die österreichischen Lebensmittebestimmungen zur Gänze. Das sind 18 Prozent.

Druck auf Produzenten erhofft

Der AK-Konsumentenschützer fordert auch mehr Kontrollen durch die Behörden und erwartet sich, dass die Händler nach den neuerlichen schlechten Testergebnissen den Produzenten Druck machen, auf die Qualität der Ware zu achten.

Gefahr für Säuglinge

Nitrat selbst ist für die Gesundheit unbedenklich, so die Ak Aussendung. Unter bestimmten Bedingungen – zum Beispiel zu langer Lagerzeit, Wärme oder saurem pH-Wert – wird es aber zu giftigem Nitrit umgebaut, das die Gesundheit auf zweierlei Art gefährden kann: Nitrite können sich mit biogenen Aminen (Abbauprodukte von Eiweiß) zu Krebs erregenden Nitrosaminen verbinden. Zusätzlich hemmt Nitrit den Sauerstofftransport im Blut. Dies kann vor allem für Säuglinge, die die Stoffe zum Beispiel über die Muttermilch aufnehmen, gefährlich werden, es kann eine so genannte „Methämoglobinämie“ mit Blausucht (Cyanose) auftreten. (APA/red)

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    foto: fotodisc
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