Himmelsscheibe von Nebra: 400 Jahre benutzt, fünfmal umgearbeitet

5. April 2006, 12:26
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Spezialanalyse liefert weitere Details zur Geschichte des bronzezeitlichen Kultobjekts

Halle - Die 3.600 Jahre alte "Himmelsscheibe von Nebra" ist fünf Mal umgearbeitet worden. Das ist das Ergebnis einer Spezialanalyse in einem Labor der Universität in Magdeburg. "Mit einem speziellen Diamantabtastverfahren und Lasertechnik ist die Oberfläche der Scheibe vermessen und untersucht worden", sagte Archäologie-Chemiker Christian-Heinrich Wunderlich vom Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle am Mittwoch.

Laut Wunderlich waren in der ersten Phase auf der Scheibe lediglich Sonne, Mond und Sterne einschließlich der Plejaden zur Benutzung als astronomische Uhr abgebildet. Irgendwann im Laufe der etwa 400-jährigen Nutzung sei die Scheibe dann mehrmals verändert worden. Es kamen in einer zweiten Phase Goldbögen, so genannte Horizontbögen, hinzu. Damit konnte die Winter- und Sommersonnenwende bestimmt werden.

Immer besser ausgestattet, zuletzt demoliert

Nach weiteren Generationen tauchte in der dritten Phase ein Schiff als religiöses Symbol auf. Bei der vierten Umarbeitung kamen die Löcher am Scheibenrand hinzu, und schließlich wurde die Scheibe in der fünften Phase entweiht - ein Horizontbogen wurde abgerissen, und die Scheibe wurde vergraben.

Die Himmelsscheibe gilt als die älteste konkrete Himmelsabbildung der Welt. Sie wird derzeit mit anderen Funden aus der Bronzezeit in einer großen Ausstellung in Mannheim gezeigt. Zwei bereits verurteilte Raubgräber hatten die Scheibe zusammen mit einem Bronzeschatz 1999 auf dem Mittelberg bei Nebra entdeckt. Die Polizei konnte den Schatz im Februar 2002 bei einer fingierten Verkaufsaktion in Basel sichern. (APA/dpa)

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