Mercosur-Abkommen bei EU-Lateinamerika-Gipfel unwahrscheinlich

2. April 2006, 14:35
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Ferrero-Waldner dämpft Erwartungen wegen offener Doha-Runde

Brüssel - Beim EU-Lateinamerika-Gipfel in Wien wird es voraussichtlich nicht zum Abschluss des Abkommens zwischen EU und dem südamerikanischen Wirtschaftsverband Mercosur (Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Venezuela) kommen. Die EU habe zwar weiter diese Absicht, unterstrich EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am Montag in Brüssel. Allerdings sei dafür der Abschluss der Doha-Welthandelsrunde ausschlaggebend, und der sei noch nicht erfolgt.

Schwierig gestaltet sich auch die Aufnahme von Verhandlungen mit der so genannten Anden-Gemeinschaft (Peru, Bolivien, Venezuela, Ecuador, Kolumbien), deren Vorsitzender der venezolanische Präsident Hugo Chavez ist. Die EU versuche Gespräche einzuleiten, es müsse aber auch die Bereitschaft der anderen Seite geben, sagte Ferrero-Waldner. Am 20. April soll in Brüssel ein Treffen auf Expertenebene stattfinden, die Vertreter der Anden-Gemeinschaft haben aber noch nicht zu- oder abgesagt.

Armutsbekämpfung

In Brüssel findet am Montag und Dienstag eine Konferenz zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ungleichheit statt, deren Ergebnisse auch in den EU-Lateinamerika-Karibik-Gipfel (Mitte Mai in Wien) einfließen wird. Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischen Staaten (OAS), José Miguel Insulza betonte die positive Entwicklung, die es in Lateinamerika in den vergangenen zwei Jahren im Demokratischen Prozess als auch wirtschaftlich gegeben habe. Das Problem sei nun, die Ergebnisse des Wachstums gerechter zu verteilen.

In Lateinamerika lebten zweihundert Millionen Menschen in Armut und 40 Prozent davon unter den schlimmsten Bedingungen, so Insulza. Im Dialog mit der EU gehe es darum, die Regierungen zu unterstützen, die guten Absichten auch umzusetzen. (APA)

  • EU-Außenkommissarin Benita
Ferrero-Waldner dämpft die Erwartungen: Auch die Kontaktaufnahme mit der Anden-Gemeinschaft gestalte sich schwierig.

    EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner dämpft die Erwartungen: Auch die Kontaktaufnahme mit der Anden-Gemeinschaft gestalte sich schwierig.

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