Haus der Geschichte: Uni-Historiker zeigen sich unzufrieden

30. März 2006, 18:12
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In Offenem Brief fordern sie Vor­gangs­weise wie bei Ein­richtung der Historiker­kommission

Wien - Unzufrieden mit den Planungen rund um die Errichtung eines "Hauses der Geschichte" zeigen sich österreichische Zeithistoriker. In einem Offenen Brief forderten sie die Bundesregierung am Freitag zu einer Vorgangsweise wie bei der Historikerkommission auf, die zwischen 1998 und 2003 über Vermögensraub der Nationalsozialisten und Entschädigungen durch die Republik geforscht hat.

Für die Vorbereitungsarbeiten zu einem "Haus der Geschichte" wurde zuletzt von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer und Verteidigungsminister Günther Platter (beide V) eine fünfköpfige Arbeitsgruppe eingerichtet, die vom früheren Direktor der Museen der Stadt Wien, Günter Düriegl, geleitet wird.

Ebenfalls in der Arbeitsgruppe sitzen der Grazer Historiker Stefan Karner, der frühere ORF-Hörfunk-Intendant und Wissenschaftsjournalist Manfred Jochum, der Wiener Wirtschaftshistoriker Herbert Matis und Mario Ortner, der Leiter des Heeresgeschichtlichen Museums.

Keine Zeithistoriker, keine weiblichen Kandidaten

Die Zeithistoriker zeigen sich damit unzufrieden und sehen ihre Fachkompetenz ignoriert. Um ein derartiges Konzept eines "Hauses der Geschichte" öffentlich entwickeln und auch in demokratischer Form entscheiden zu können, sei analog zur Vorgangsweise bei der Historikerkommission die unabhängige Nominierung von Zeithistorikern und Museologen für einen entsprechenden wissenschaftlichen Beirat durch die Vertreter der zeitgeschichtlichen Institute zu ermöglichen.

Erst dadurch sei eine fachlich fundierte Entwicklung und öffentlich nachvollziehbare Planung eines derartigen, für ganz Österreich relevanten und repräsentativen Projektes gewährleistet, heißt es im Offenen Brief der zeitgeschichtlichen Institute und Abteilungen an Österreichs Universitäten. Vorgeschlagen wird konkret: Nach einer Meinungsbildung der fachspezifischen Institute und Abteilungen sollen die Vertreter der Historiker nominiert und von der Bundesregierung bestätigt werden. (APA/red)

  • HR Dr. Günter Düriegl und Bundesministerin Elisabeth Gehrer, nach Unterzeichnung des Vertrages, am 22.3.2006
    foto: bmbwk/ots/haslinger

    HR Dr. Günter Düriegl und Bundesministerin Elisabeth Gehrer, nach Unterzeichnung des Vertrages, am 22.3.2006

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