Schlechte Chancen für Handy-TV

31. März 2006, 10:16
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Das Zauberwort heißt "Loop-TV"

Das mobile Fernsehen blickt in eine ungewisse Zukunft. Wie eine Studie des britischen Marktforschungsinstituts Datamonitor zeigt, hat Handy-TV mit vielen, bislang ungelösten Problemen zu kämpfen. Die Mobilfunkbetreiber bieten zwar eine zunehmend große Zahl an Videoclips zum Download an, eine gleichzeitige, direkte Übertragung von Fernsehsendungen an alle Abonnenten würde jedoch die Funknetze stark überbelasten. Hinzu kommt der Kampf von drei konkurrierenden Technologien, die jeweils den weltweiten Durchbruch erzielen wollen.

Das Wachstum von Handy-TV schreitet zwar voran, allerdings sehr langsam. In den USA lag die Verbreitung im vierten Quartal 2005 bei rund 1,5 Prozent bzw. knapp drei Mio. Mobilfunkkunden, die TV-Streams oder Videodownloads auf ihrem Handy nutzten. Auf das gesamte Jahr gerechnet bedeutet dies einen Zuwachs von gerade einmal 0,1 Prozent. Den größten Zuspruch findet mobiles Fernsehen bei jungen Nutzern zwischen 18 und 24 Jahren. Hier lag die Verbreitung bei 3,3 Prozent und hat sich im Laufe des Jahres 2005 nahezu verdoppelt.

"Loop-TV"

Beim Mobilfunkbetreiber T-Mobile sieht man das Geschäft mit Mobile-TV durchaus positiv. Die Masse werde zwar künftig nicht mit dem Handy fernsehen, allerdings gebe es durchaus einen Markt dafür, "Versäumtes nachzuholen". Der Schlüssel zum Erfolg liege im so genannten "Loop TV", erklärt Georg Mündel, Mitglied der Geschäftsführung von T-Mobile Austria, im pressetext-Gespräch. Dabei handelt es sich um zusammengesetzte Clips, die in regelmäßigen Zeitabständen abrufbar sind und sich beispielsweise um aktuelle Nachrichten- oder Sportthemen drehen. "Dafür ist das Interesse unter den Kunden absolut vorhanden", so Mündel.

Ganze Spielfilme

Kein Netz der Welt sei darauf ausgerichtet ganze Spielfilme gleichzeitig an alle Teilnehmer zu streamen, deshalb liege die Zukunft von Handy-TV in den komprimierten Zusammenschnitten. "Ich möchte klar zwischen dem Fernsehen zuhause und dem Mobile-TV differenzieren. Für kurze, aktuelle Berichte ist das mobile Fernsehen perfekt geeignet", sagt Mündel. Derzeit bietet T-Mobile sein Handy-TV noch kostenlos an, da sich der Dienst noch in seiner Testphase befindet. Ab Mai können User dann für 7,50 Euro pro Monat alle mobilen Programme konsumieren.

Für 2009 rechnet Datamonitor weltweit mit rund 69 Mio. Abonnenten für Mobile-TV und Einnahmen in Höhe von 5,5 Mrd. Dollar. Die Studie bestätigt, dass es auf die Kürze der Inhalte ankommen wird, um den nötigen Erfolg für mobiles Fernsehen zu bringen. Um Sendungen per Handy zu konsumieren, die länger als rund 20 Minuten dauern, seien allein schon die Displays zu klein, um ein komfortables Sehvergnügen zu garantieren.(Pte)

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