"Der Räuber Hotzenplotz": "Wer andern eine Sandspur legt ..."

22. März 2006, 22:26
posten

Manches wirkt in Gernot Rolls Film "Der Räuber Hotzen­plotz" reich­lich glatt, insgesamt ein höchst sympathischer Neu­zu­gang im Kinder­film­repertoire

Alarm in einem idyllischen Städtchen: Ein ebenso grimmiger wie einfältiger Wegelagerer namens Räuber Hotzenplotz hat Großmutters Kaffeemühle geklaut und die arme Frau zu Tode erschreckt. Weil die Exekutive, vertreten durch den Wachtmeister Dimpfelmoser, mit dem Fall überfordert scheint, nehmen Kasperl und Seppel eigenmächtig die Verfolgung des Halunken auf. Der macht derweil mit dem Zauberer Petrosilius Zwackelmann gemeinsame Sache, und so werden die beiden Buben erst einmal zu Kartoffelschäldienst und Räuberstiefelputzen eingeteilt. Aber der Wachtmeister ist in Begleitung der Wahrsagerin Frau Schlotterbeck und ihres Dackels in Krokodilgestalt bereits auf ihrer Spur.

Otfried Preußlers erstmals 1962 erschienener gleichnamiger Roman, seither eine unverzichtbare Größe im Kinderbuchsortiment, erlebt derzeit wieder eine Leinwandauferstehung. (Bereits 1974 entstand eine inzwischen legendäre Kinoversion mit Gert Fröbe.) Manches wirkt in Gernot Rolls Film reichlich glatt, vor allem die Kinderdarsteller erscheinen allzu routiniert.

Dafür macht zum Beispiel Rufus Beck als Zwackelmann eine beeindruckende Figur, bei Armin Rohde in der Titelrolle hat das Maskendepartment dafür etwas zu dick aufgetragen, und auch auf die großartigen Lieder aus den Hörspielfassungen wartet man vergebens. Insgesamt ist dieser Räuber Hotzenplotz jedoch ein höchst sympathischer Neuzugang im Kinderfilmrepertoire. (irr, DER STANDARD, Printausgabe vom 23.3.2006)

  • Artikelbild
    foto: constantin
Share if you care.