Milinkewitsch ruft zu Ausweitung der Proteste auf

24. März 2006, 14:51
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Demonstranten sollen sich von Einschüchterungsversuchen der Regierung nicht beendrucken lassen

Minsk - Der belarussische Oppositionsführer Alexander Milinkewitsch hat seine Anhänger erneut aufgerufen, ihre Proteste gegen die Präsidentschaftswahl auszuweiten. Die Demonstranten sollten sich von den Einschüchterungsversuchen der Regierung nicht beeindrucken lassen, sagte Milinkewitsch am Mittwochabend vor rund 4.000 Menschen auf dem Oktober-Platz in Minsk. "Der Staatsapparat ist mächtig, und er versucht uns zu zerstören. Wir müssen uns gegenseitig verteidigen."

"Widerstand säen"

Vor allem zu der größten geplanten Protestation am Samstag sollten möglichst viele Demonstranten auf den Oktober-Platz kommen, sagte Milinkewitsch. Am Dienstag hatte er gesagt: "Ich glaube nicht, dass solche Aktionen das Regime stürzen werden, aber sie werden den Widerstand säen." Er werde weiter die Annullierung der Präsidentschaftswahl vom Sonntag fordern und "neue, freie, ehrliche, transparente und demokratische Wahlen verlangen", sagte er laut russischen Nachrichtenagenturen.

Die Demonstranten fordern wie die die Opposition unter Führung von Alexander Milinkewitsch eine Wiederholung der Präsidentenwahl vom Wochenende. Dem offiziell mit mehr als 82 Prozent zum Wahlsieger erklärten Lukaschenko werfen sie Wahlfälschung vor. Am Donnerstag sollte die Wahlkommission zusammenkommen und das Ergebnis bestätigen.

Nach der von Betrugsvorwürfen überschatteten Wahl vom Sonntag wurde Amtsinhaber Alexander Lukaschenko mit fast 83 Prozent der Stimmen zum Sieger erklärt. Anhänger der Opposition demonstrieren seitdem nahezu rund um die Uhr und fordern eine Neuwahl. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden 150 Demonstranten festgenommen.

Für die 1991 unabhängig gewordene frühere Sowjetrepublik sind die Proteste der Opposition ein Novum. Lukaschenko ist seit zwölf Jahren an der Macht. In der Regel werden Demonstrationen im Keim erstickt. Doch Ängste vor einem Eingreifen der Polizei ließen am Donnerstag weiter nach. (APA/AP)

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