Baskenland verfügt über weitgehende Autonomie

21. August 2006, 21:10
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ETA wurde 1959 als Widerstandsorganisation gegen das Franco-Regime gegründet

Madrid - Die ETA hat am Mittwoch einen dauerhaften und unbefristeten Waffenstillstand verkündet. Die Untergrundorganisation kämpft seit 1968 mit Gewalt für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Schon heute genießt die zu Spanien gehörende Region Autonomierechte wie kaum eine andere in Europa.

Die autonome Region Baskenland (Euskadi) umfasst die drei spanischen Provinzen Alava, Viscaya und Guipuzcoa westlich der Pyrenäen am Golf von Biskaya. Hauptstadt der 2,1 Millionen Einwohner zählenden Region ist Vitoria. Geschichtsbewusste Basken zählen auch Teile der ebenfalls autonomen spanischen Provinz Navarra und die französischen historischen Provinzen Labourd, Soule und Basse-Navarre zum Baskenland.

Invasoren

Der starke Unabhängigkeitswille der Basken lässt sich weit zurückverfolgen: sie wehrten eine Reihe von Invasoren ab, darunter Römer, Westgoten und Mauren. Im zehnten Jahrhundert entstand das Königreich Navarra, das weitgehend dem baskischen Siedlungsgebiet entsprach. Ende des 15. Jahrhundert bildete sich das spanische Königreich. Die baskischen Provinzen wurden vollständig erst 1876 eingegliedert. Bomber von Hitlers Legion Condor zerstörten 1937 Guernica (baskisch: Gernika), die "heilige Stadt der Basken".

Die Basken konnten sich über die Jahrhunderte weiter zahlreiche Sonderrechte bewahren. Im Statut von Guernica 1979 gab die Zentralregierung in Madrid den drei baskischen Provinzen den Status einer autonomer Region. Sie hat seitdem ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung, die Verwaltungsbefugnisse hat, aber auch Gesetze erlassen kann. Offizielle Amtssprache ist neben dem Spanischen die baskische Sprache (Euskera). Sie wird noch von einem Viertel der Bevölkerung in der Autonomieregion gesprochen.

Der ETA gehen die Rechte der Basken nicht weit genug. Die Bewegung gründete sich 1959 als Widerstandsorganisation gegen die autoritäre Herrschaft von General Francisco Franco. 1968 gab es erstmals einen Toten bei einem ETA-Anschlag. Die heute im Baskenland regierende, gemäßigte Nationalistenpartei PNV strebt einen freien Zusammenschluss des Baskenlandes mit Spanien an. Madrid lehnt die Pläne ab. (APA)

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