Fischer mit Gesprächen in Riad und Abu Dhabi zufrieden

23. März 2006, 16:02
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Sorge in den VAE wegen Iran und Irak - Fischer bei Präsident Scheich Khalifa - Rauch-Kallat traf Sozialministerin

Abu Dhabi/Dubai - Zufrieden über den Verlauf seiner politischen Gespräche am Persischen Golf hat sich Bundespräsident Heinz Fischer am Dienstag gezeigt. Er habe "das Gefühl, dass sich eine sehr gute Atmosphäre entwickelt hat", zog Fischer erste Bilanz über seine Staatsbesuche in Saudiarabien und den Vereinigten Emiraten (VAE). Höhepunkt der Visite in Abu Dhabi war eine Begegnung mit VAE-Präsident Scheich Khalifa Bin Zayed Al Nahyan, der seinen Gast im prächtigen Mushrif-Palast empfing - zuerst zu einem Arbeitsgespräch und anschließend zu einem Mittagessen. Das Ambiente und das Interieur der Festsäle strahlten einen Hauch von "Tausendundeine Nacht" aus.

Erinnerung

Fischer erinnerte sich, wie er das erste Mal in den Vereinigen Emiraten war - vor 25 Jahren mit Bundeskanzler Bruno Kreisky, als die Emirate noch ganz anders aussahen. Auch der frühere Finanzminister Ferdinand Lacina, jetzt als Banker Mitglied der Wirtschaftsdelegation, war damals, während der zweiten Ölkrise mit dabei. 2004 begleitete Fischer als Nationalratspräsident den damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil in die Emirate.

Besorgnis

Besorgnis äußerten Fischers Gesprächspartner in den VAE wie in Saudiarabien über die Entwicklungen des Irans und Iraks. Staatsminister Mohammed Hussein Al Shali habe sich wie alle anderen Politiker in beiden Golfstaaten gegen eine Militäraktion gegen Teheran wegen des umstrittenen Atomprogramms ausgesprochen. Zugleich wurde Sorge über die Verbreitung von Atomwaffen in der Region zum Ausdruck gebracht. Die Situation im Irak wird laut Fischer als "ziemlich aussichtslos" eingestuft.

Gute Kontakte

Innenminister Saif, ein Bruder des Staatspräsidenten, verwies nach den Worten Fischers auf die guten Kontakte seines Ministeriums zu Österreich, die unter seinen Amtskollegen Ernst Strasser und Lise Prokop, angebahnt wurden. Mit Blick auf eine engere Polizeikooperation soll im Sommer eine Delegation aus den Emiraten nach Österreich kommen.

Wesentliche Unterschiede in der Stellung der Frauen

Frauenministerin Maria Rauch-Kallat traf am Dienstag mit der VAE-Sozialministerin Mariam M. Al Roumi zusammen, die seit einem Monat dieses Ressort leitet und neben der Wirtschaftsministerin die zweite Frau mit Ministerrang im neuen Kabinett ist. Nicht nur Rauch-Kallat stellte wesentliche Unterschiede in der Stellung der Frau gegenüber Saudiarabien fest. Zwar sitzen auch in den VAE noch keine Frauen im Parlament, doch auf Grund ihrer hohen Ausbildung stehen ihnen viele berufliche Wege offen, so Roumi - geschieden, kinderlos und vorher acht Jahre lang Staatssekretärin - zur APA. Auf lokaler Ebene sind sehr wohl Frauen politisch aktiv, betonte die Ministerin. Die Schwester Roumis sitzt seit vier Jahren in der Kommunalregierung der Stadt Sharjaj. Roumi zeigte sich zuversichtlich, dass bei den nächsten landesweiten Wahlen Frauen auch in das Nationale Parlament der Emirate gewählt werden.

Rauch-Kallat und Präsidentengattin Margit Fischer waren Montag abend bei der Witwe des 2004 verstorbenen Staatsgründers Zayed zu Gast. Sheikha Fatima Bint Mubarak ist Vorsitzende des 1973 gegründeten Frauenverbandes der VAE, der Programme zur Förderung der Frauen und Initiativen zur Betreuung von Behinderten durchführt.

Gespräch mit Vize-Premiera

Mit einem Gespräch bei Vize-Premier Scheich Hamdan beendete der Bundespräsident seinen Aufenthalt in Abu Dhabi und flog per Hubschrauber in das benachbarte Emirat Dubai weiter, das zu einem Mekka westlicher Geschäftsleute und Touristen geworden ist. Wichtigster Ansprechpartner in Dubai war der einflussreiche Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum, der zugleich Verteidigungsminister und Ministerpräsident der VAE ist. Er folgte erst im Jänner seinem verstorbenen Bruder Scheich Maktoum nach und ist wie jener einer der wichtigsten Politiker des Staatenbundes. (APA)

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    Fischer mit Scheich Khalifa

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