Bawag hat mit Spekulation viel Geld verloren

22. März 2006, 18:45
32 Postings

Im Fall Refco und Karibik nun wohl "Tabula rasa" - Aufsichtsrats- und Vorstandsspitze sollen am Mittwoch zusammen treffen

Wien - Die Gewerkschaftsbank BAWAG hat mit ihren hauptsächlich hoch riskanten Spekulationsgeschäften über eigene und Refco-Netzwerke in Europa, in den USA und off-shore in der Karibik offenbar sehr viel Geld verloren.

Vom seit zweieinhalb Monaten amtierenden Bankchef Ewald Nowotny wird erwartet, dass er "Tabula Rasa" macht, heißt es jetzt.

Eine Milliarde Dollar

Da könnte, wie nun in informierten Kreisen vermutet wird, mit bekannten und/oder kolportierten Summen in den letzten eineinhalb bis zwei Jahren zusammengezählt insgesamt eine Milliarde Dollar oder mehr als Abschreibung nach Fehlspekulation herausgekommen sein.

Nachdem die US-Behörden (Staatsanwalt, Bankenaufsicht) weltweit verdächtigen Refco-Konten nachspüren, ist zu erwarten, dass in der im Herbst 2005 aufgeflogenen amerikanischen Betrugs- und Insolvenzcausa Refco minutiös jeder einzelne Fall "aufgedröselt" wird, der nur irgend welche Verbindungen mit der BAWAG-Gruppe nach Wien hat, heißt es in Finanzkreisen zur APA.

Kommenden Mittwoch werden die aufklärungsbedürftigen "Karibik"-Finanztransaktionen auch von der Führungsspitze der Bank besprochen werden. Da ist dem Vernehmen nach ein Treffen von Aufsichtratspräsident Günter Weninger mit dem zur Aufarbeitung des Falls Refco an die Spitze der Bank geholten Vorstandschef Nowotny geplant.(APA)

Share if you care.