Larijani: "Bitte der irakischen Schiiten"

21. März 2006, 16:25
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Iran zu Gesprächen mit den USA bereit

Der Iran hat zum ersten Mal nach 30 Jahren wieder direkte Gespräche mit den USA in Aussicht gestellt. Diese Gespräche werden aber nach Meinung des Generalsekretärs des Nationalen Sicherheitsrats, Ali Larijani, ausschließlich um das Thema Irak gehen. Das ist insofern interessant, als Larijani auch Chefunterhändler in den Gesprächen über das umstrittene iranische Atomprogramm ist. Larijani betonte, dass der Iran einer Bitte der schiitischen Mehrheit im Irak nachkomme und einen entsprechenden Vorschlag des irakischen Ayatollah Abdul Aziz al-Hakim akzeptiere.

Die Nachricht löste im Iran keine Überraschung aus. Die konservativen Zeitungen betonten, dass der Iran jede Gelegenheit wahrnehmen müsse, um die Unruhen im Irak zu begrenzen. Nur in diesem Rahmen dürfe der Iran das Angebot der irakischen Schiiten akzeptieren.

Wende dementiert

Auf die Frage, ob eine neue Strategie in den Beziehungen zu den USA bevorstehe, meinte der Generalsekretär des Schlichtungsrates, Mohsen Rezaie, eine neue Strategie stehe nicht zur Debatte und es gehe ausschließlich um die Lage im Irak. Der Chef der ultrakonservativen Motalefe-Partei, Habib Asgharoladi, betonte auch in einem Interview, dass die bevorstehenden Gespräche in den höchsten Gremien des Landes diskutiert und genehmigt worden sind. Auch er schloss eine neue Strategie im Verhältnis zu Washington aus, meinte aber gleichzeitig, der Iran müsse auf alle neu entstehenden Situationen vorbereitet sein.

In Teheran wird vermutet, dass bei der Neujahrsrede des religiösen Führers am Montagabend die Richtlinien der iranischen Politik unter anderem auch in Bezug auf Beziehungen zu den USA und die iranische Atompolitik definiert werden. Traditionsgemäß skizziert die Neujahrsrede des religiösen Führers die Richtlinien der zukünftigen iranischen Außenpolitik. (DER STANDARD, Printausgabe, 20.03.2006)

von Amir Loghmany aus Teheran
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