Lobbying gegen Zwangsprostitution

15. März 2006, 18:26
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Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings und SP-Bundesfrauengeschäftsführerin diskutieren Maßnahmen für Fußball-WM

Wien - Zwangsprostituiton und Menschenhandel werden anlässlich der deutschen Fußball-WM derzeit heftig diskutiert. Auch bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich seien die Grenzen für das illegale Geschäft leicht zu öffnen, sagte Sabine Oberhauser, Vorsitzende des Österreichischen Frauenrings, am Dienstagabend vor JournalistInnen. Österreich läge zudem noch näher am Umfeld der ehemaligen Ostblockstaaten, aus denen viele der Frauen kommen würden.

Als ersten Schritt werde man bundesweites Lobbying betreiben und versuchen, prominente Persönlichkeiten für eine Kampagne zu finden, erklärte Oberhauser. Es müsse ein Bewusstsein geschaffen werden, dass nicht jede, die diese Dienste anbietet, dies auch freiwillig tue. Annehmen wird sich dem Thema laut Oberhauser auch Wiens Frauenstadträtin Sonja Wehsely (S).

Frauen müssten generell vor allem mehr als Opfer anerkannt werden, forderte SP-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer. So sollen sie als Opfer von Menschenrechtshandel nicht gleich abgeschoben und bei Kooperation mit den Behörden einen gesicherten Aufenthalt bekommen.

Wichtig sei es aber, sich einmal genau anzusehen, was Deutschland mache und was Österreich tun könne, meinte Oberhauser. Die Maßnahmen in Österreich sollen sich an der in Deutschland laufenden Kampagne "Abpfiff - Schluss mit Zwangsprostitution" orientieren. Mit dieser Aktion will der Deutsche Frauenrat das Bewusstsein für illegalen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung stärken. Gestartet wurde die Kampagne anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, bei der man zusätzliche Zwangsprostituierte erwarte, sagte Frauenrat-Geschäftsführerin Henny Engels.

Die deutsche Kampagne soll Aufmerksamkeit auf Zwangsprostitution als Menschenrechtsverletzung mitten in der Gesellschaft lenken, betonte Engels. "Wir möchten, dass nach der WM niemand mehr sagen kann, davon habe ich nichts gewusst." Auch nach der WM solle die Gesellschaft mehr darauf achten als bisher, wünschte sich die Geschäftsführerin. (APA)

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