Elf Hochhäuser neben dem neuen Hauptbahnhof

12. Juni 2007, 12:36
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Die wichtigsten Neuerungen: Bis zu 100 Meter hohe Häuser gleich beim Haupteingang des neuen Bahnhofes

Wien – Die Pläne für den Wiener Zentralbahnhof, die am Mittwoch der Wiener Stadtentwicklungskommission vorgelegt werden, sind nach dem ursprünglichen Masterplan noch zehnmal adaptiert worden. Jetzt kann der Startschuss für den Behördenlauf fallen – Ende des Jahres soll der Wiener Gemeinderat seinen Segen geben und 2007 sollen die ersten Bauarbeiten beginnen. Die Hauptarbeiten werden dann allerdings erst 2008 starten – wenn die Fußball-EM über die Bühne ist.

Der neue Arbeitstitel lautet "Hauptbahnhof Wien" – der endgültige Name soll dann im Herbst in einem Wettbewerb gefunden werden, wie Planungsstadtrat Rudi Schicker (SP) und Arnold Schiefer, Zentralbahnhofskoordinator bei den ÖBB ankündigen.

Elf Hochhäuser

Die wichtigsten Neuerungen in der Planung: Vor allem im neuen Stadtviertel, das im Zwickel des jetzigen Süd- und Ostbahnhofes entstehen wird, sollen insgesamt elf Hochhäuser errichtet werden. Zehn Stück rund 60 Meter hoch und eines – gleich beim Haupteingang des neuen Bahnhofes am Südtiroler Platz als prägendes Landmark – bis zu 100 Meter hoch.

Freier Belvedere-Blick Die Hochhäuser wurden gegenüber der ersten Planung allerdings so weit verrückt, dass sie weder den berühmten Belvedere-Blick noch die Sichtachse von der Argentinierstraße zur Elisabethkirche beeinträchtigen. Die Welterbeorganisation Unesco werde von den Vorhaben jedenfalls informiert, so Schicker.

Weitere wichtige Neuerung: Die Straßenbahnlinie D soll bis in das neue Stadtentwicklungsgebiet auf der Favoritner Seite fast bis zur Gudrunstraße verlängert werden.

Einkaufszentrum

Das geplante Einkaufszentrum soll nun mit einem Bauteil auf der Seite des 4. Bezirkes neben dem Hauptbahnhof errichtet werden, soll dann aber über das Bahnhofsgebäude bis zur Favoritner Straße hinführen; "der Bahnhof und die Einkaufstraße kommen zueinander", erläutert Schicker.

Zwei Milliarden

"Für das gesamte Projekt werden, über zehn Jahre verteilt, insgesamt zwei Milliarden Euro investiert", kündigt Koordinator Schiefer an. Allein für den eigentlichen Bahnhof werden 600 Millionen Euro ausgegeben, weitere 128 Millionen Euro kostet die reine städtische Infrastruktur. Dazu kommen noch Wohn- und Geschäftsbauten sowie die Kosten für die Verlängerung des D-Wagens und vor allem für den U-Bahn-Umbau.

Denn von der U1-Station Südtiroler Platz wird ein völlig neuer elf Meter breiter Verbindungsgang zum Bahnhof errichtet. Dieser soll freundlich und mit einer Geschäftszeile verwirklicht werden, zum Teil soll von oben Tageslicht einfallen können – die Entfernung: "340 Meter von Bahnsteigmitte zu Bahnsteigmitte", so Schicker. Ob im Gang ein Fahrband realisiert wird, ist noch offen.

Radwege

Oben drüber wird der Gürtel auf 63 Meter verbreitert, wobei die Anzahl der Fahrbahnen gleich bleiben soll, die jedoch von den Wohnhäusern ein wenig abrücken, um etwa Radwegen Platz zu machen.

Das vielleicht ehrgeizigste Ziel dieses Großvorhabens: "Nach derzeitigem Stand planen wir die Bauarbeiten weit gehend unter vollem Bahnbetrieb" durchzuführen, haben sich Schiefer und die ÖBB vorgenommen. (Roman David-Freihsl, DER STANDARD Printausgabe, 15.03.2006)

  • Die Bahnhofsvision von Architekt Wimmer: Mit dem Team Hotz / Hoffmann soll der endgültige Entwurf erarbeitet werden.
    abb. wimmer

    Die Bahnhofsvision von Architekt Wimmer: Mit dem Team Hotz / Hoffmann soll der endgültige Entwurf erarbeitet werden.

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