Landfrisch Molkerei plant Markteinstieg in Japan

30. März 2006, 19:41
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Oberösterreichischer Betrieb will künftig mit Frischkäse "Rollino" und Schokoriegeln in Japans Supermarktregalen vertreten sein

Tokio/Wien - Die oberösterreichische Molkerei Landfrisch plant den Markteinstieg in Japan. Zum ersten Mal ist die Molkerei mit Sitz in Wels/Oberösterreich auf der derzeit in Japan stattfindenden Foodex vertreten. Generaldirektor Herbert Altendorfer verspricht sich von dem Messeauftritt entsprechende Kontakte, um den Markteinstieg in Japan vorbereiten zu können. "Wir wissen, dass Japan eine lange Vorbereitungszeit braucht, aber wir hoffen, dass wir in ein, bis eineinhalb Jahren die ersten Produkte ausliefern können."

"Rollino" mit Wasabi

Landfrisch will bei den großen Supermarktketten gelistet werden, um dann Frischkäse, Butter mit Rapsöl, Schokoriegel mit Kokos- oder Vanillefülle und den Streichkäse "Rollino" an den Endkunden zu bringen. Der "Rollino", Bestseller in der Landfrisch-Produktpalette, wurde extra für Japan mit grünem Wasabi (kren-ähnliche Wurzel) durchzogen. Landfrisch hat nach Angaben von Manager Altendorfer eine Exportquote von 50 Prozent und ist in jedem europäischen Land erhältlich. Dass ausgerechnet Japan als erster außereuropäischer Markt erobert werden soll, liegt "an einem persönlichen Kontakt", der Landfrisch für Japan-tauglich befindet, dorthin.

Bei der Lebensmittelmesse Foodex bieten 21 österreichische Unternehmen ihre Produkte zum Verkosten an. Die Foodex ist eine der größten Lebensmittelmessen Asiens, sie findet seit 14. März bis kommenden Freitag, 17. März in Chiba bei Tokio statt. Über die Wirtschaftskammer/Außenwirtschaft wurde ein Gemeinschaftsstand organisiert, so dass sich Essig, Marmelade, Kaffee, Bioprodukte oder Käse aus Österreich neben Beef aus Canada, getrockneten Mangos aus Südamerika oder anderen Speisen aus aller Welt finden.

Red Bull bereits zugelassen

Erstmals auf der Messe groß vertreten ist auch Red Bull. Ende vergangenen Jahres hatte Red Bull alle erforderlichen Zulassungen für den Markteintritt in Japan in der Tasche und ist seither offiziell in der Gastronomie erhältlich. Schon bald werden die Dosen in den Regalen der Convenience-Store-Kette Seven Eleven erhältlich sein, erklärt Manager Sélim Chidiac, der bei dem Salzburger Unternehmen unter anderem für die Region Asien-Pazifik zuständig ist. Mit einem Preis von voraussichtlich um die 200 Yen pro Dose (1,40 Euro) muss sich dann Red Bull neben starker Konkurrenz behaupten, den Japan gilt als das Ursprungsland von Energy drinks.

Als Gruppe am stärksten vertreten sind die Winzer. Der in Japan lebende Weinhändler Norbert Tesch vertritt als Importeur mehrere Winzer (Skoff, Bründlmayr, Zahel, Jurtschitsch u.a.) und Eggenberger Bier (mit Hanfbier). Er verkauft pro Jahr rund 30.000 Liter österreichischen Wein "von Hokkaido bis Okinawa", was rund 30 Prozent des in Japan verkauften Gesamtvolumens österreichischer Spitzenweine ausmacht.

Etliche der auf der Foodex vertretenen österreichischen Firmen sind bereits in Japan seit längerem vertreten, so kommt Helmut Sachers bereits zum zehnten Mal nach Tokio, um mit seinen Kaffeemischungen präsent zu sein. Japan ist für ihn ausbaufähig: Er sei hier gut im Geschenkartikelhandel vertreten, "aber gemessen an der Größe des Marktes immer noch zu wenig". Seit kurzem kann man in Delikatessenläden auch Kürbiskernöl der Firma Wolf Naturprodukte aus der Steiermark kaufen, die Flasche um rund 1.200 Yen (8,45 Euro). Geplant ist, laut Importeur Koji Ide auch der Verkauf von süssen (Schoko-, Orangeüberzug) und sauren (salzig, Würzmischung) Kürbiskernen. Auch Darbo Marmeladen, Essig von Gegenbauer/Wien, Bomba-Energia-Drink und Mozartlikör werden beworben. (APA)

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    foto: landfrisch/screenshot
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