Borealis steigerte 2005 Gewinn und Umsatz

27. März 2006, 14:28
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Nettogewinn um 11 Prozent auf 226 Millionen Euro erhöht - Ebit ging auf 236 Millionen Euro zurück

Wien - Der Kunststoffproduzent Borealis, an dem der OMV-Konzern 35 Prozent hält, konnte 2005 Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Der Nettogewinn stieg um 11 Prozent auf 226 Mio. Euro, teilte Borealis heute, Dienstag, mit. Das Ergebnis entspricht einem ROCE (Return on Capital Employed) nach Steuern von 12 (11) Prozent. Der Umsatz erhöhte sich auf 4,814 (4,628) Mrd. Euro. Das Ebit ging auf 236 (278) Mio. Euro zurück.

Die Kunststoffindustrie sei 2005 von hohen Öl- und Rohstoffpreisen, sprunghaften Margen, geringerer Nachfrage in Europa und den schweren Hurrikans im Golf von Mexiko gekennzeichnet gewesen.

Chief Executive John Taylor zu den Jahresergebnissen: "Unter schwierigen Marktbedingungen und trotz der höchsten Zahl an Anlagenrevisionen, die Borealis jemals innerhalb eines Jahres durchführte, habe der Gewinn weiter erhöht werden und die Strategie, die Wertschöpfung durch Innovation zu steigern, weiter konsequent umgesetzt werden können, so Taylor in der heutigen Pressemitteilung.

Die verzinslichen Netto-Schulden stiegen 2005 auf 110 Mio. Euro, die Verschuldungsquote von 40 auf 44 Prozent - eine Folge von höheren Investitionen in Verbindung mit steigenden Preisen, die das Betriebskapital beeinflussten.

Stärkeres operatives Geschäft in Europa

Nach dem Verkauf der Anlagen in Portugal, der 2004 abgeschlossen wurde, konnte Borealis das operative Geschäft in Europa deutlich stärken. Die neue Borstar PE-Anlage in Schwechat mit einer Jahreskapazität von 350.000 Tonnen, die die Position des Unternehmens auf dem Markt für flexible Verpackungen stärkt, nahm die Produktion im vierten Quartal auf, zusätzlich wurde die Kapazität der bestehenden Borstar PP-Anlage um 90.000 Tonnen erhöht. Parallel wurden HDPE-Kapazitäten von 100.000 Tonnen stillgelegt. In Norwegen erweiterte Borealis den Noretyl-Cracker, ein Joint Venture mit Hydro Polymers, um 100.000 Tonnen auf 550.000 Tonnen/Jahr und baute die PP-Kapazitäten um 50.000 Tonnen auf 175.000 Tonnen/Jahr aus.

In Abu Dhabi schloss Borouge, das Joint Venture mit der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), das den Nahen Osten und den Asien-Pazifik-Raum bearbeitet, die erste Revision der Anlage in Ruwais erfolgreich ab; die Borstar PE-Kapazitäten wurden auf mehr als 600.000 Tonnen/Jahr erhöht.

Anlagenkonfiguration verbessern

2006 will Borealis die Anlagenkonfiguration in Europa weiter verbessern: Vorangetrieben werden die Pläne zur Erweiterung der Produktionskapazitäten für vernetztes Polyethylen (cross-linked Polyethylen - XLPE) in Schweden, die Schaffung von Phenol-Kapazitäten in Finnland, die Erweiterung des finnischen Crackers und die Schließung der nicht mehr wettbewerbsfähigen HDPE-Anlage in Norwegen. In Abu Dhabi arbeitet Borouge an dem Front End Engineering Design für eine bedeutende Investition in Milliarden-Dollar-Höhe: Die bestehende Polyolefin-Kapazität soll auf 2 Millionen Tonnen/Jahr mehr als verdreifacht werden, einschließlich zusätzlicher 800.000 Tonnen Borstar PP pro Jahr. Es sei anzunehmen, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen das gesamte Jahr 2006 unruhig bleiben, heißt es in der Mitteilung. Obwohl die hohen Ölpreise weiterhin zu starkem Kostendruck führen würden, erwarte man einen Anstieg der europäischen Nachfrage nach Polyolefinen. (APA)

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