Fünf Jahre Grazer Uni-Orthopädie

15. März 2006, 14:15
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Anlaufstelle und Kooperationen mit internationalen ForscherInnen

Graz - Fünf Jahre alt ist die Grazer Universitätsklinik für Orthopädie geworden. Um zu zeigen, "wo wir nach den fünf Jahren stehen", luden die Verantwortlichen zur Pressekonferenz am Donnerstag. Von der Entwicklung künstlicher Gelenke bis hin zur medizinischen Versorgung der steirischen Bevölkerung habe sich einiges getan, so Institutsvorstand Reinhard Windhager. Ziel für die nächsten Jahre ist es u.a., internationale Kooperationen zu verdichten und Patentanmeldungen zu steigern.

In Zahlen

"Die Orthopädie zählt zu den erfolgreichsten chirurgischen Einrichtungen der Med Uni Graz", erklärte Rektor Gerhard Franz Walter. Rund 16.500 Patienten und Patientinnen wurden im Jahr 2005 an der Klinik ambulant und stationär betreut und rund 1.800 Operationen durchgeführt. Auf dem Gebiet der Wirbelsäulenchirurgie zähle man mittlerweile zu den "ersten österreichischen Adressen": Im Gründungsjahr 2001 waren auf diesem Gebiet 56 Eingriffe durchgeführt worden, 2005 waren es 171, so Windhager.

Der durchschnittliche stationäre Aufenthalt von Patienten konnte durch "effizientes Management" um rund einen Tag reduziert werden, erklärte der Vorstand. 59 wissenschaftliche Publikationen - ein Drittel davon mit internationalem Widerhall - veröffentlichte die Grazer Klinik bisher.

Entwicklungen

In Kooperation mit der Mayo Clinic (USA) und der University of Calagary (Kanada) entwickelte die Orthopädie das so genannte "Limb Preservation System" (LPS). Damit können Tumor-Patienten "Bein erhaltend" operiert werden. Mit Forschern aus Mailand und Jena entstand "Future Hip", ein Prothesensystem für die optimale Kraftleitung des Implantats in den Hüftknochen, um die Belastung für den Knochen und die damit verbundenen Schäden so gering wie möglich zu halten.

Um die Qualität unterschiedlicher Endoprothesen feststellen zu können, werden in einer zweijährigen Studie die Veränderungen der Position im Knochen der unterschiedlichen Prothesensysteme gemessen. Noch heuer werden die Ergebnisse erwartet, die zeigen sollen, welche Implantate die beste Haltbarkeit besitzen.

An der Universitätsklinik arbeiten derzeit 18 Ärzte, 34 Pflegepersonen und neun administrative Mitarbeiter. Die Grazer Orthopädie ist mit 42 Betten ausgestattet und bietet Spezialambulanzen für Wirbelsäule, Schulter, Knie- und Sportverletzungen, Fuß, Rheuma, Hand und Osteoporose sowie Tumoren, Endoprothetik und Manualtherapie. (APA)

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