Herzinfarkte und Lungenerkrankungen steigen bei Feinstaub-Zunahme

15. März 2006, 14:15
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US-Studie untersuchte mehr als elf Millionen Menschen - VCÖ fordert Maßnahmen

Wien - Zu hohe Feinstaubbelastung führt zu deutlich mehr Herzinfarkten und Lungenerkrankungen. Das belegt eine neue US-Studie, bei der mehr als elf Millionen Menschen untersucht wurden. Laut Verkehrsclub Österreich (VCÖ) handelt es sich überhaupt um die größte Feinstaub-Studie, die je durchgeführt wurde.

Die Johns Hopkins University Baltimore hat mehr als elf Millionen Kunden der US-Krankenversicherung "Medicare" zwischen 1999 bis 2002 untersucht. Die Patienten waren älter als 65 Jahre und lebten in 204 verschiedenen städtischen Regionen. Die Ergebnisse: Die Krankenhausaufenthalte stiegen beim Überschreiten der Feinstaub-Grenzen an. Mit einem Plus von 1,28 Prozent erhöhten sich die Fälle von Herzversagen am stärksten. Aber auch die Lungenerkrankungen wurden häufiger.

VCÖ fordert Maßnahmen

"Diese Ergebnisse müssen auch in Österreich Konsequenzen haben", forderte Wolfgang Rauh vom VCÖ. Vor allem, da in Graz heuer bereits an 47 Tagen der Feinstaubgrenzwert überschritten worden sei - und in Wien an 39 Tagen. Erlaubt ist dies - mehr als 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft - für das gesamte Jahr an lediglich 30 Tagen. Der VCÖ wiederholte deshalb auch seine Forderungen nach "Kein Diesel ohne Filter" sowie 200 Millionen Euro für mehr Bahnverbindungen für die Pendler.

Gleichzeitig erinnerte der VCÖ an die Warnungen von Ärzten, dass Feinstaub Atemwegserkrankungen verursacht. "Je kleiner die Teilchen, umso gefährlicher für unsere Gesundheit. Dieselabgase schleudern vor allem die Kleinstpartikel in die Atemluft. Diese Kleinstpartikel können in die Lungenbläschen und in den Blutkreislauf eindringen", warnte Rauh. Partikelfilter würden den Partikelausstoß um 99,9 Prozent verringern. (APA)

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    Mahn-Ballons einer Greenpeace-Aktion

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