Inode mit neuer Geschäftsführung

27. März 2006, 15:59
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Nach der Übernahme durch UPC Austria tritt der Aufsichtsrat zurück - Bisherige Geschäfts­führer bleiben Konsulenten

Wien - Nach dem Abschluss der Komplettübernahme des Internetanbieteres Inode für 95 Millionen Euro durch den Telekabelanbieter UPC Austria haben auch die bisherigen Geschäftsführer und teilweise Miteigentümer Michael Gredenberg, Wolfgang Haidinger, Nikolaus Offner und Robert Rotmann die Geschäftsführung zurückgelegt. Auch der gesamte Inode-Aufsichtsrat sei zurückgetreten, teilte der neue CEO von Inode, UPC Austria-Geschäftsführer Thomas Hintze am Mittwoch in Wien mit.

Harmonischer Übergang

Das sei zwar ungewöhnlich, aber auf ihren Wunsch hin so geplant gewesen, betonte Hintze. Alle vier Geschäftsführer würden aber als Konsulenten erhalten bleiben. Der Übergang sei harmonisch erfolgt. Die Übernahme sei nicht aus Gründen der Konsolidierung erfolgt, sondern um zu wachsen. Man habe neue Technologien zugekauft.

Neu in die Inode-Geschäftsführung eingezogen ist auch Neil Quinn, der nunmehr sowohl bei Inode als auch UPC Austria für die Finanzen zuständig ist. Die operative Leitung (COO) übernimmt Gerald Schwanzer neben seiner Tätigkeit als stellvertretender Leiter des Marketings & Sales von UPC Telekabel. Roland Türke, stellvertretender Leiter der Network Operations von UPC Telekabel ist ab sofort als CTO in der Inode für die technischen Belange zuständig.

"Wir sind keine Kabler mehr

Laut Hintze gab es zwei Hauptgründe für die Übernahme von Inode, den Einstieg ins Internetgeschäft mit Business-Kunden und die Erweiterung der Reichweite mit anderen Techniken. "Wir sind keine Kabler mehr, wir sind jetzt ein ganz anderes Unternehmen", sagte Hintze. Der Umsatzanteil von Kabel-TV sei jetzt auf unter 25 Prozent gesunken.

Gemeinsam würden UPC und Inode jetzt über eine Million Einzeldienste (Revenue Generating Units/RGUs) anbieten. Der Jahresumsatz würde sich auf über 315 Millionen Euro summieren. Das sei eine ansehnliche Größenordnung und international bedeutsam. In Österreich liege man nun im Festnetzbereich hinter Telekom Austria (TA) und T-Mobile/tele.ring an dritter Stelle. "Die Telekom Austria ist noch immer mehr als zehn Mal so groß wie die UPC", so Hintze. Deshalb habe es von Seiten der Wettbewerbsbehörden auch keine Auflagen gegeben.

Inode-Marken bleiben bestehen

Der Erwerb von Inode ermögliche es, das bisherige Ausbaugebiet durch das Kabelnetz von 30 Prozent der österreichischen Haushalte auf nahezu ganz Österreich auszudehnen. "Wir haben mit Inode ein erfolgreiches Unternehmen erworben, das für die Entbündelung des Breitband Internetmarktes steht", so Hintze. Während sich am klassischen Kabelmarkt nicht mehr viel bewegen werde, sollte die Reichweite bei den entbündelten Haushalte in vier bis fünf Jahren auf 70 bis 80 Prozent steigen, so Hintze.WiMax, die drahtlose Breitband-Internettechnologie, sei jetzt nicht mehr so zwingend.

Laut dem neuen operativen Geschäftsführer Schwanzer bleibt nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Inode-Marken bestehen. Für die bisherigen Kunden ändere sich nichts. Ziel sei es, sich im B2B-Bereich stärker zu positionieren. Auch das auf Privatkunden ausgelegte Telekabel-Internet Chello werde es "schon bald" in ganz Österreich geben. Zu einem Mitarbeiter-Abbau werde es nicht kommen, die Überschneidungen von Inode und UPC seien relativ gering. Zudem wachse das Geschäft mit Breitbandinternet und VoIP sehr dynamisch. Auch Internet-Fernsehen (IP-TV) sei ein Thema, befinde sich aber erst im Werden. Schwerpunkt werde heuer bei der Entbündelung und den entbündelten Internet Breitband-Produkten wie XDSL, SDSL, VoIP und IP-Telefonie liegen.

UPC Austria ist eine Tochter des US-Medienkonzerns Liberty Global, der internationalen Nummer eins der Kabelnetzbetreiber. Mit 20.000 Mitarbeitern wurde 2005 weltweit in 19 Ländern mit 19 Millionen Kunden ein Umsatz von fünf Milliarden Dollar (4,2 Mrd. Euro) erwirtschaftet. (APA)

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