Einserfrage: Verdient sich das BZÖ Zusatzgeld über seine Jugendgruppen?

8. März 2006, 10:46
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Es antwortet: Alexander Schiel, Bundesobmann der orangen BZÖ-Jugendorganisation "Next Generation"

derStandard.at: Wie genau steht "Next Generation" zur "Generation Zukunft Österreich", der offiziellen Organisation des BZÖ-Nachwuchses?

Schiel: Die "Generation Zukunft Österreich" ist die offizielle Parteijugend mit den jeweiligen Landesgruppen. "Next Generation" ist eine BZÖ-Jugend, die viele Veranstaltungen und Seminare organisiert, bei denen auch Mitglieder anderer Parteien teilnehmen. Z.B. hatten wir im Dezember eine Delegation von 15 Jugendlichen aus Südtirol in Wien, die mit Parlamentariern aller Fraktionen zusammentrafen, um über die Südtirol-Frage zu diskutieren. Wir haben jetzt immer noch Kontakt.

derStandard.at: Wie viel Mitglieder hat der Verein "Next Generation"?

Schiel: Etwa 500.

derStandard.at: Sie beantragten laut Medienberichten im zweiten Halbjahr 2005 bei Sozialministerin und BZÖ-Mitglied Haubner mehr als 60.000 Euro an Jugendförderungen für Seminare des Vereins. Wieso soviel? Was wurde aus dem Antrag?

Schiel: Es wurde ein dreitägiges Seminar zum Thema "Frauen" bewilligt, bei dem etwa 60 Jugendliche teilnahmen, die teilweise auch nicht dem BZÖ angehörten. Für dieses Seminar wurden 8000 Euro genehmigt. Um die Summe von 60.000 wurde jedoch nie angesucht. Im Endeffekt wurde nur um die 8000 Euro angesucht.

derStandard.at: Was sagen Sie dazu, dass durch Berichte über eine Summe von 60.000 Euro im Raum steht, dass das BZÖ sich zusätzliches Geld über die Jugendorganisationen verdienen möchte?

Schiel: Die Berichte sind schlicht und einfach falsch. Wenn man im Umfeld des BZÖ aktiv ist, hat man es als Jugendlicher eher schwerer als leichter. Vergleichbar ist das mit der Situation, wenn eine Lehrerin ihr eigenes Kind benoten soll. Das bekomm dann meistens schlechtere Noten. Als ich damals das Ansuchen bei Sozialministerin Haubner gestellt habe, musste ich auf Heller und Pfennig alles angeben, weil natürlich umso genauer geschaut wird, was man fördert, wenn ein Verein aus dem eigenen politischen Umfeld kommt.

derStandard.at: Wenn junge Orange es so schwer haben, wechseln dann viele der Einfachheit halber zum finanzstärkeren Ring Freiheitlicher Jugend?

Schiel: Ich glaube nicht, dass es zu Abwanderungen kommt. Die Landesorganisation der Jugend in Oberösterreich zum Beispiel, die bis vor kurzem "RFJ - Generation Zukunft Österreich" hieß, hat sich nun geschlossen zum BZÖ bekannt, als die eigenständige Freiheitliche Partei in Oberösterreich sich wieder in die Bundespartei eingliederte.

derStandard.at: Die Homepage der GZÖ hätte vor einem Jahr online gehen sollen. Warum gibt es bis jetzt keinen Internetauftritt der Generation Zukunft Österreich?

Schiel: Warum kann ich nicht sagen. Aber soviel ich weiß, soll die Homepage ab April vorhanden sein. Es bringt ja nichts, wenn man wie der RFJ eine Homepage hat, die seit über einem Jahr nicht aktualisiert wird. (mhe)

  • Alexander Schiel ist Bundesobmann der BZÖ-Jugendorganisation "Next Generation" und in der BZÖ-Bundeszentrale für "Organisation" zuständig.

    Alexander Schiel ist Bundesobmann der BZÖ-Jugendorganisation "Next Generation" und in der BZÖ-Bundeszentrale für "Organisation" zuständig.

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