250 Millionen Euro Werbeumsatz für Österreichs privaten Rundfunk

13. März 2006, 16:27
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VÖP: "Der duale Rundfunk ist lebendiger denn je, der duale Rundfunk ist aber auch bedrohter denn je" - Kritik am ORF

Österreichs private Rundfunkveranstalter haben im Jahr 2005 rund 250 Millionen Euro Werbeumsatz erzielt. 172 Millionen gingen dabei auf das Konto privater TV-Sender, etwa 80 Millionen steuerten die Privatradios bei. Diese Zahlen, ermittelt vom Marktforschungsunternehmen Focus Media Research, präsentierte Montagabend der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) bei einer Pressekonferenz in Wien. Insgesamt sind im Privatrundfunksektor etwa tausend Mitarbeiter beschäftigt.

Zufrieden mit Reichweiten und Marktanteilen

Mit den erzielten Reichweiten und Marktanteilen zeigten sich die kommerziellen Veranstalter zufrieden. So kamen die Privatradios im zweiten Halbjahr 2005 laut Radiotest auf eine Gesamtreichweite von 29,7 Prozent, das sind rund 1,6 Millionen Hörer täglich, sowie auf einen Marktanteil von 23 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14- und 49-Jährigen. Die TV-Sender, allen voran ATVplus, hätten ihre Quoten ebenfalls deutlich steigern können, hieß es.

"Der duale Rundfunk ist lebendiger denn je, der duale Rundfunk ist aber auch bedrohter denn je", bilanzierte VÖP-Vorstandsvorsitzender Christian Stögmüller mit Blick auf diese Zahlen und die "erschwerten Rahmenbedingungen". Einmal mehr sprach sich Stögmüller deshalb für einen "fairen Wettbewerb und ein faires duales System" aus. Hauptstoßrichtung der Kritik war dabei wieder einmal der ORF. "Der ORF ist ein Fass ohne Boden. Erst vor zwei Jahren gab es eine Gebührenerhöhung um 30 Millionen Euro. Kein Mensch weiß, wo die sind", meinte ATVplus-Chef Franz Prenner.

Überprüfung der ORF-Gesetznovelle gefordert

Die privaten Rundfunkveranstalter wünschen sich die Überprüfung der jüngsten Novelle des ORF-Gesetzes zum Wetter-, Tourismus- und Sportsender TW1. Man befürchtet eine "Marktverstopfung bei Sportübertragungen, die über den öffentlich-rechtlichen Auftrag des ORF hinausgeht". Weitere Forderungen: eine Obergrenze für Werbung sowie ein generelles Product-Placement-Verbot im ORF. Letzteres müsse auch bei der in Arbeit befindlichen EU-Fernseh-Richtlinie berücksichtigt werden, so Stögmüller. Auch sonst setzt man bei den Privaten im Wettbewerb mit dem Küniglberg auf Brüssel: "Wir sind zuversichtlich, dass die bei der Europäischen Kommission eingebrachte Beschwerde über den ORF und das ORF-Gesetz Früchte tragen wird und dadurch Wettbewerbsverzerrungen zu Ungunsten der Privaten verringert werden." (APA)

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