Österreich: 111 Nominierungen, aber kein 33. Oscar

6. März 2006, 21:31
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Hubert Sauper verpasste Academy Award - Letzter Oscar an Österreicher 1988 für Billy Wilder

Hollywood/Wien - Insgesamt 111 Mal sind Österreicher bisher für einen Oscar nominiert gewesen, 32 Mal hat es tatsächlich für eine der goldenen Statuette gereicht. Am erfolgreichsten war der in Österreich geborene Billy Wilder, der im Verlauf seiner Karriere sechs Oscars gewann und 1988 auch mit dem Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Seither gelang es keinem Österreicher mehr, einen Academy Award zu holen - auch Hubert Sauper blieb heute Nacht (MEZ) ohne Erfolg.

Im Vorfeld waren dem Tiroler eigentlich gute Chancen auf einen Oscar für seine globalisierungskritische Dokumentation "Darwin's Nightmare" eingeräumt worden. Doch die als politisch angekündigte 78. Oscar-Verleihung verlief schaumgebremst, statt der "linken" Doku des Österreichers gewann die als konservativer eingestufte "Reise der Pinguine" vom Franzosen Luc Jacquet. Sauper verpasste damit die Chance auf den 33. Oscar für einen Österreicher ebenso wie vier Jahre vorher der Salzburger Virgil Widrich für seinen Kurzfilm "Copy Shop" oder 1986 Wolfgang Glück für seinen für den Auslands-Oscar nominierten Film "38".

Den ersten Oscar überhaupt für einen Österreicher gab es laut dem Nachschlagewerk "Österreicher in Hollywood" (Filmarchiv Austria) durch Max Steiner 1935. Er zeichnete für die Filmmusik in "The Informer" verantwortlich. Ein Jahr später wurde Paul Muni als Bester Hauptdarsteller in "The Story of Louis Pasteur" geehrt. In dieser Kategorie war nach ihm nur noch Maximilian Schell 1961 mit seiner Hauptrolle in "Judgement at Nuremberg" an der Spitze. Fred Zinnemann schaffte 1951 das, was Sauper nicht und auch vorher und nachher keinem Österreicher mehr gelungen ist: Er holte sich für "Benjy" den Dokumentarfilm-Oscar.

Zinnemann zählt neben Sam Spiegel insgesamt zu den erfolgreichsten Österreichern, was Academy Awards anbelangt. Er gewann 1953 auch den Oscar für die Beste Regie 1953 für "From Here To Eternity" und 1966 als Produzent und Regisseur von "A Man Of All Seasons". Ebenfalls bei vier Oscars hält Spiegel, der 1954 mit "On The Waterfront", 1957 mit "The Bridge On River Kwai" und 1962 mit "Lawrence Of Arabia" für den Besten Film ausgezeichnet wurde sowie 1964 einen "Lifetime Achievement Award" (Oscar für das Lebenswerk) zugesprochen bekam.

An Billy Wilder kommt aber keiner heran. 1945 bis 1960 erhielt der Regisseur sechs Oscars, drei davon vor 46 Jahren für "Das Apartment" (Bester Film, Beste Regie, Bestes Originaldrehbuch). Hätte Wilder 1988 nicht den Ehren-Oscar bekommen, würde Österreich bereits seit 1978 (Peter Zinner für den Besten Schnitt von "The Deer Hunter") auf eine der goldenen Statuetten warten. Nahe dran war 1986 auch der Schauspieler Klaus Maria Brandauer: Er war als Bester Nebendarsteller in Sydney Pollacks "Out Of Africa" nominiert, musste jedoch Don Ameche für seine Rolle in "Cocoon" den Vortritt lassen. Vier Jahre zuvor hatte Brandauer für Aufsehen bei der Verleihung gesorgt, weil er auf die Bühne gestürmt war, um "seinem" Regisseur Istvan Szabo zum Oscar für den Besten Ausländischen Film ("Mephisto") zu gratulieren. Seinen Auftritt auf der Oscar-Bühne konnte er später nicht mehr wiederholen. (APA)

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