Razzia und Festnahme bei Tochterunternehmen VA Tech Elin

28. März 2006, 19:19
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30-Jährigem wird Untreue in 120 Fällen vorgeworfen

Hamburg - In der Affäre um Millionenverluste der Siemens-Tochter VA Tech Elin ist nach "Spiegel"-Informationen ein früherer Geschäftsführer der Hamburger Niederlassung des österreichischen Gebäudetechnik-Spezialisten verhaftet worden. Dem 30-Jährigen werde Untreue in 120 Fällen vorgeworfen. Die Fahnder durchsuchten dem Magazin zufolge am Freitag 16 Objekte, darunter die Wohnräume des Beschuldigten sowie mehrere Büros.

Die Staatsanwaltschaft ermittele nicht nur gegen den Jungmanager, sondern auch gegen dessen Eltern. Sie sollen in ihrer Funktion als Geschäftsführerin und Prokurist gut einer Hand voll Firmen von Aufträgen der VA Tech Elin in sechsstelliger Höhe profitiert haben. Siemens wollte den Bericht auf Anfrage zunächst nicht bestätigen.

Falsche Abrechnungen

Auslöser der Ermittlungen der Hamburger Staatsanwaltschaft sei eine Strafanzeige des Siemens-Konzerns von Anfang Februar gewesen, heißt es im "Spiegel". Darin habe das Unternehmen seinem Ex-Geschäftsführer vorgeworfen, sich durch falsche Abrechnungen, beispielsweise für die Renovierung seiner Wohnung auf VA-Tech-Kosten, persönlich bereichert zu haben. Insgesamt beziffere Siemens den durch die private Bereicherung und die familieninterne Auftragsvergabe entstandenen Schaden auf 2,3 Millionen Euro. Die Betroffenen bestreiten nach Angaben des "Spiegels" weiterhin alle gegen sie erhobenen Vorwürfe.

Nach der Übernahme der österreichischen VA Tech durch Siemens im vergangenen Jahr waren die Verluste bei VA Tech Elin in Hamburg bekannt geworden. Mitte Dezember hieß es in Medienberichten, der Siemens-Konzern greife bei seinen Problemfirmen durch. Nach den Millionenverlusten werde Siemens die Hamburger Dependance seiner Tochter VA Tech Elin mit mehr als 100 Mitarbeitern schließen und diese müssten sich bereits im März neue Jobs suchen. (APA/dpa)

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