Umfahrung Klosterneuburg: Straßengegner fürchten Uni-Zubringer

8. März 2006, 09:02
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Gugging: Bürgerinitiative kämpft gegen Umfahrung, Tunnel und Donaubrücke - mit Grafik

Klosterneuburg - Die Elite-Uni Gugging ist noch nicht bezugsfertig, doch eine Bürgerinitiative sieht Ungemach auf Klosterneuburg zurollen. Die "Plattform Unser Klosterneuburg" (PUK) befürchtet, die Landesregierung könnte - zum Wohle Guggings - Pläne für einen Tunnel und eine Donaubrücke aus der Schublade kramen. Zudem kämpft die PUK gegen eine 3,5 Kilometer lange Ortsumfahrung.

Dass die Straße kommt, ist fast sicher. Im Sommer sollen die Bauarbeiten beginnen, die Ausschreibung läuft schon. Beschwerden der PUK liegen bei Gericht, schieben den Straßenbau aber nicht auf. Für Bernd Schweeger, der eines der beiden PUK-Mandate im Klosterburger Gemeinderat innehat, dürfen die Gugging-Pläne "keinesfalls ein Argument für die Umfahrung sein." Kopfschmerzen bereitet ihm, dass Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) in Sachen Gugging wieder laut über den Bau einer Donaubrücke nachdachte.

Schweegers Vorahnungen stoßen allenthalben auf harsche Dementis: Weder Klosterneuburgs Bürgermeister Gottfried Schuh ("falsche Gerüchte") noch der niederösterreichische Straßenbaudirektor Josef Gruber ("kenne keine derartigen Aussagen des Landeshauptmanns") wollen etwas von Bauplänen für eine Donaubrücke wissen. Die Ortsumfahrung sei in zwei Jahren fertig, sagt Schuh - und zwar unabhängig von der Entscheidung für Gugging.

Alter Kampf

Es ist eigentlich ein alter Kampf, der durch die Elite-Uni wieder aufflammt. Kurz nachdem der Bund 2002 die Zuständigkeit für die meisten Straßen den Ländern übertragen hatte, stellte Niederösterreich eine laufende Umweltverträglichkeitsprüfung für die Ortsumfahrung ein. Mögliche Schäden für Mensch und Natur seien zu gering, als dass sie eine weitere Prüfung rechtfertigten. Nebeneffekt: Die Bürger können kaum noch juristisch gegen den Bau vorgehen. Die PUK hat ihre einzige Möglichkeit ergriffen und beim Verwaltungsgericht Beschwerde eingelegt.

Ihr Argument: Gemeinsam mit einer Donaubrücke und dem unter der Hand diskutierten Martinstunnel ergäbe sich ein derart großes Projekt, dass es eine Prüfung hätte geben müssen. Schweeger wirft den Behörden vor, sie hätten den Bau absichtlich in kleinere Einzelprojekte gestückelt.

Sepp Wimmer, Grünen-Stadtrat in Klosterneuburg, winkt dagegen ab: Der Landeshauptmann "denkt schon seit 15 Jahren an die Forcierung der Brücke." So lange Niederösterreich ohnehin kein Geld für den Straßenbau im großen Stil habe, "schlafe ich schon ruhiger." (Daniel Kastner, DER STANDARD - Printausgabe, 3. März 2006)

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