Heiße Spur in England: Beutesuche im Brunnen

2. März 2006, 17:23
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Brunnenschacht als mögliches Geldversteck - Spekulationen über mysteriösen Besitzer einer Farm

Heiße Spur im Millionenraub in England: Die Polizei entdeckte auf einer Farm das Transportfahrzeug der Täter und suchte am Mittwoch das Gelände nach der Beute ab.

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London – Das vom größten Raubüberfall in der britischen Kriminalgeschichte betroffene Gelddepot hat am Mittwoch wieder den Betrieb aufgenommen. Die Angestellten, unter ihnen jene 14 Wachmänner, die von den Gangstern überwältigt und gefesselt worden waren, kehrten an ihren Arbeitsplatz in der südostenglischen Stadt Tonbridge zurück. Eine Woche nach dem Überfall war die Spurensuche dort abgeschlossen, die Polizei setzte die Fahndung nach der Beute von umgerechnet rund 80 Millionen Euro und den Gangstern fort.

Den Lastwagen, mit dem Säcke voller Bargeld abtransportiert worden waren, hatten Ermittler am Dienstag entdeckt, nachdem sie eine große Farm nahe Staplehurst in der Grafschaft Kent gestürmt hatten.

Die Polizei geht davon aus, dass in einem der Häuser dieser Farm der Direktor des Gelddepots sowie dessen Frau und Kind gefangen gehalten worden waren. Die Gangster hatten den Direktor gezwungen, ihnen Zugang zu dem Depot zu verschaffen, anderenfalls würden sie seine Angehörigen erschießen.

Etliche Polizisten durchkämmten nicht nur die Häuser der Farm, sondern untersuchten auch den Boden in der Umgebung. Reporter von Fernsehsendern äußerten die Vermutung, dass die Ermittler der Beute des Raubs auf die Spur gekommen seien. Unter anderem wurde ein Brunnenschacht als mögliches Geldversteck untersucht. Die Polizei wollte zu dem Großeinsatz zunächst keine Angaben machen.

Besitzer der Farm seit Tagen nicht mehr gesehen

Gesucht wurde auch nach dem Besitzer der Farm, John Fowler. Er hat Teile seines Anwesens vermietet, war selbst aber seit Tagen nicht mehr in Staplehurst gesehen worden. Die Polizei sagte, Fowler habe sicher nichts mit dem Raub zu tun, er sei nicht schlau genug für ein Verbrechen dieses Ausmaßes. In Medien aber wurde darüber spekuliert, dass eigentlich niemand in der Nachbarschaft genau weiß, womit der 60-Jährige sein Geld verdient. (dpa, kps, DER STANDARD Printausgabe 2.3.2006)

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