Weltbank lobt Serbiens Wirtschaft

16. März 2006, 15:54
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Jährliches Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 5,4 Prozent - Hohe Inflation und Zahlungsbilanz-Defizit bleiben jedoch problematisch

Belgrad - Die Wirtschaft Serbien-Montenegros hat in den letzten fünf Jahren einen "enormen Fortschritt" erzielt - das erklärte die Leiterin des Weltbank-Büros in Serbien, Carolyn Jungr, am Mittwoch vor österreichischen Firmenvertretern in Belgrad.

Verbesserungen bei acht von zehn Kriterien

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) des Landes wuchs um durchschnittlich 5,4 Prozent pro Jahr. Bei acht von zehn Kriterien, nach denen die Weltbank die Kosten der Geschäftstätigkeit in einem Land berechnet, habe es Verbesserungen gegeben, heißt es. Unter 155 beobachteten Ländern rangiert Serbien-Montenegro demnach auf Platz 92.

Die rund 40 österreichischen Firmenvertreter befinden sich auf einer Sondierungsreise, die sie auch nach Sarajevo führen wird. Vertreten sind u.a. Porr, Swietelsky, ARGE Planungs- und Beratungsexport, Austria Wirtschaftsservice GesmbH, Bluewater Environmental Consultants, Bombardier Transport Austria GmbH, Chempetra GmbH, Energie Steiermark AG, Frenquentis GmbH, IBM Österreich, Kommunalkredit Public Consulting GmbH und Siemens Österreich vertreten.

Hohe Teuerungsrate

Nach wie vor ungelöst sind laut Jungr das Problem des hohen Zahlungsbilanzdefizits und der Inflation, die heuer nach Ansicht von Experten bei 15 Prozent liegen dürfte - die Regierung in Belgrad geht allerdings von einer Teuerungsrate von lediglich 9,4 Prozent aus.

Die öffentlichen Ausgaben bleiben insgesamt hoch, wobei die Investitionen im Vorjahr allerdings nur 2,8 Prozent des BNE ausmachten.

Die Weltbank hat für den Zeitraum 2005 bis 2007 geplant, Serbien-Montenegro Kredite in Höhe von insgesamt 550 Millionen Dollar (463 Mio. Euro) zur Verfügung zu stellen.

Der Privatisierungsprozess soll nach den Plänen der Regierung bis Mitte 2007 abgeschlossen sein. Beim Energiekonzern EPS, der Fluggesellschaft JAT und der Post PTT wird die Privatisierung nach Ansicht Jungrs allerdings nicht so schnell über die Bühne gehen. (APA)

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