Interaktive Werbung in Deutschland noch in den Kinderschuhen

7. März 2006, 10:13
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Großbritannien: Freeview startet T-Mobile-Werbekampagne

Terrestrisches Digital-TV ist europaweit in aller Munde, doch die Entwicklungen variieren stark von Land zu Land. Während in Großbritannien interaktive Werbung im Digitalfernsehen bereits gemacht wird, denkt man in Deutschland erst darüber nach. Dies liegt natürlich weniger am Willen, als an den technischen Voraussetzungen, die bundesweit noch großmaschig sind. T-Mobile Großbritannien zeigt sich jenseits des Ärmelkanals jedoch schon innovativ und startet eine 14,7 Mio. Euro schwere Werbekampagne, die neben den klassischen Werbeformen einen interaktiven Spot im Digitalfernsehen beinhaltet.

Der Spot

Mit der Kampagne beauftragt hat die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom die Agentur Saatchi&Saatchi. Der 30-Sekunden-Spot, der über den Digital-TV-Betreiber Freeview gezeigt werden wird, soll die Zuschauer dazu bringen herauszufinden, wie viel sie im Monat für Telefongespräche und SMS ausgeben. Die Kampagne wirbt für einen neuen Tarif, der von T-Mobile in Großbritannien angeboten wird. Es handelt sich dabei um eine Premiere bei Freeview. Interaktive Werbekampagnen sind zuvor schon auf Sky gelaufen. Wegen der beschränkten Bandbreite auf der Freeview-Plattform, die 30 Fernsehkanäle anbietet, war interaktive Werbung bisher zu teuer.

"Embryonale Phase"

"Interaktive Werbung befindet sich in Deutschland in einer embryonalen Phase", so Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbands der deutschen Werbewirtschaft, auf Anfrage von pressetext. Zwar gäbe es schon Entwicklungen in diese Richtung, jedoch seien die technischen Voraussetzungen noch nicht ausreichend, bestätigte ein Mitarbeiter eines großen Medienvermarkters, der nicht genannt werden möchte, pressetext gegenüber. Für Nickel sei auch schwer abzusehen, inwiefern diese Interaktivität dem Konsumenten einen Nutzen bringt.(pte)

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