50.000 fordern Rücktritt von Premier Shinawatra

6. März 2006, 14:48
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Opposition kritisiert Neuwahl und fordert Verfassungsreform

Bangkok - Zehntausende Thailänder haben am Sonntag in einer Kundgebung den Rücktritt von Ministerpräsident Thaksin Shinawatra gefordert. Nach Angaben der Polizei versammelten sich rund 50.000 Menschen in Bangkok in der Nähe des Königspalastes. Shinawatra hatte am Freitag als Reaktion auf anhaltende Proteste das Parlament aufgelöst und für den 2. April vorgezogene Neuwahlen angesetzt. Die drei wichtigsten Oppositionsparteien kritisierten das als nicht ausreichend. Stattdessen fordern sie eine Verfassungsreform und den Rücktritt des Regierungschefs. Auch einen Boykott der Wahl wollten sie nicht ausschließen.

Vermischung geschäftlicher und politischer Interessen

Thaksin war 2001 an die Regierung gekommen und im vergangenen Jahr mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt worden. In den vergangenen Wochen war er wegen der möglichen Vermischung geschäftlicher und politischer Interessen zunehmend in die Kritik geraten. Für Unmut sorgte unter anderem der Verkauf des von Thaksin vor Beginn seiner politischen Karriere gegründeten Telekommunikationskonzerns Shin Corp für steuerfreie 1,9 Milliarden Dollar (1,60 Mrd. Euro) an eine Investmentfirma in Singapur. Thaksins Partei Thai Rak Thai (Thailänder lieben Thailänder) hat im Parlament eine Mehrheit von 375 der 500 Sitze. (APA)

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    Zehntausende sammelten sich in Bangkok zum Protest gegen Thaksin Shinawatra.

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