Revolte in Kabuler Gefängnis fortgesetzt

9. März 2006, 14:24
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Gefangene lehnen Verlegung ab - Frauen und Kinder aus zerstörtem Gebäudekomplex gebracht - Vier Tote, zahlreiche Verletzte

Pul-I-Charchi - Zahlreiche aufständische Insassen eines Gefängnisses nahe Kabul haben sich einer von den Behörden geplanten Verlegung verweigert. Ein Ende der seit Tagen anhaltenden Revolte ist damit weiter nicht in Sicht.

Frauen und Kinder seien bereits aus dem zerstörten Gebäudekomplex gebracht worden. 350 Taliban-Gefangene hätten einen Transport jedoch abgelehnt, sagte der stellvertretende Justizminister Mohammed Kasim Hashimsai der Nachrichtenagentur Reuters. "Das Gebäude wird immer noch von Taliban und Al Kaida kontrolliert", fügte er hinzu.

"Sie... wollen freigelassen werden. Wir werden sehen, ob wir sie überzeugen können, verlegt zu werden." Insgesamt sollten rund 1000 Insassen aus dem Gebäudekomplex gebracht werden.

Der Aufstand von rund 1500 Gefangenen war Samstagnacht ausgebrochen. Vier Menschen wurden getötet und mehrere Dutzend verletzt. Radikal-islamische Taliban-Kämpfer, die in der Anstalt ohne Anklage festgehalten werden, sollen die Rebellion angeführt haben. Nach erfolglosen Verhandlungen fielen am Dienstag in dem Gebäudekomplex erneut Schüsse. (APA/Reuters)

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    Patrouille vor dem Gefängnis Pul-I-Charchi

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