Al Kaida kündigt weitere Anschläge auf Ölanlagen an

3. März 2006, 12:02
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Ölpreis schnellt nach gescheitertem Angriff in die Höhe - Zwei Sicherheitskräfte getötet

Manama/Bahrain - Das Terrornetzwerk Al Kaida hat nach dem gescheiterten Anschlag auf die weltweit größte Ölanlage in Saudiarabien weitere Angriffe angekündigt. Der Anschlag von Freitag sei Teil "des Projekts, die arabische Halbinsel von den Ungläubigen zu befreien", hieß es am Samstag auf einer häufig von Islamisten genutzten Website. Zwei Selbstmordattentäter hätten ihn nach "Anweisungen unseres Führers Osama bin Laden" ausgeführt.

Die beiden Attentäter waren am Freitag mit sprengstoffbeladenen Wagen auf die Ölförderanlage Abkaik zugerast. Wachleute eröffneten das Feuer, und die Wagen explodierten, bevor sie die Tore durchbrechen konnten. Zwei Sicherheitskräfte und die beiden Angreifer wurden getötet, wie das saudi-arabische Innenministerium am Samstag mitteilte.

Preisanstieg

Der gescheiterte Anschlagversuch hat an den internationalen Ölmärkten am Freitag den schärfsten Preisanstieg innerhalb eines Tages seit der Hurrikan-Serie im vergangenen Jahr verursacht. Der Preis für leichtes US-Öl der Sorte WTI zur April-Auslieferung schoss zum Wochenschluss in New York am Warenterminmarkt Nymex massiv um 3,9 Prozent auf 62,91 Dollar je Barrel (je 159 Liter) in die Höhe. In London verteuerte sich Rohöl um 3,4 Prozent auf 62,60 Dollar. Der Ölpreis war Ende August 2005 nach Hurrikan "Katrina" auf ein Rekordniveau von 70,85 Dollar gestiegen, angesichts des milden amerikanischen Winterwetters in den vergangenen Wochen zeitweise aber wieder auf unter 60 Dollar gerutscht. Die Märkte erwarten weitere Preissteigerungen. Rohöl zur Auslieferung im April 2007 kostete bereits 68,13 Dollar.

Es war der erste Angriff auf eine Ölanlage in Saudiarabien. Die Regierung geht seit drei Jahren gegen Al-Kaida-Extremisten vor, die mit Anschlägen das Land destabilisieren und die Königsfamilie stürzen wollen. Ziel der Anschläge waren häufig Ausländer. Im Mai 2004 griffen Extremisten die Niederlassungen von Ölfirmen in zwei Städten an.

"Auftakt für Aktionen"

"Diese Operation ist der Auftakt für Aktionen, die Al Kaida gegen die Kreuzzügler und Juden unternimmt, die die muslimische Welt ausplündern", heißt es in dem Internet-Bekennerschreiben weiter. Allerdings geht die Erklärung nicht darauf ein, dass der Anschlag misslang. Die "heroischen heiligen Krieger" hätten es geschafft, in die Anlage einzudringen. Und es gebe viele Männer, die ihnen nacheifern wollten.

Bei den getöteten Selbstmordattentätern handelte es sich um zwei der meistgesuchten Extremisten in Saudiarabien. Ihre Namen, die in dem Bekennerschreiben genannt wurden, waren auf einer entsprechenden Liste der Regierung aufgeführt. Damit sind noch vier von insgesamt 15 gesuchten Extremisten in Saudiarabien flüchtig.

Im Nachbarland Irak gab es bereits häufig Anschläge auf Anlagen der Ölindustrie. Der Zwischenfall in der Anlage Abkaik verstärkte die Sorgen, dass Extremisten nun auch in Saudiarabien, dem wichtigsten Ölförderer der Welt, auf diese Taktik zurückgreifen könnten. (APA/AP/dpa)

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    Saudiarabische Sicherheitsleute kontrollieren Fahrzeuge am Eingang zur Öl-Anlage in Abkaik.

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