Tele2Uta heizt Tarifschlacht an

20. März 2006, 12:02
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8-Cent-Tarif in alle Netze - Startpakete erstmals auch bei Billa erhältlich - Neuer Druck auf Handymarkt

"Die Kunden wollen es einfacher und billiger." Mit diesen Worten stellte Tele2Uta-Chef Norbert Wieser den neuen Mobilfunk-Wertkartentarif "Champion" vor. Ein Tarif der den Wettbewerb unter den heimischen Netzbetreibern weiter anheizen dürfte.

8 Cent pro Minute

Der "Champion"-Tarif beträgt 8 Cent pro Minute, ohne Grundgebühr und in alle Netze – bei Taktung 90/60. Roaming ist ebenso möglich wie die Nutzung von MMS und GPRS. Für SMS-Nachrichten sind 18 Cent zu berappen. Mindestumsatz und Bindungsfristen fallen bei dem Wertkartentarif weg. Auch Aktivierungsentgelt sei keines zu zahlen. Das Starterpaket für den neuen Wertkartentarif kostet 14,90 Euro und inkludiert bis zu 10 Euro Gesprächsguthaben. Eine 5 Euro-Gutschrift wird sofort beim Kauf schlagend, weiter 5 Euro bekommt der Kunde, wenn er sich bei Tele2UTA namentlich registrieren lässt.

Vetrieb über Billa

Die Startpakete will Tele2Uta vorerst beim Lebensmittelhändler Billa, im Elektromärkten und Trafiken anbieten. Neue Distributoren, wie Drogeriemärkte, sollen alsbald folgen. Im Elektrofachhandel ist die Wertkarte bei Cosmos, Niedermeyer, Mediamarkt, Saturn und in Trafiken erhältlich. Dort bekommt man bei Bedarf auch ein Siemens-Handy um 69 Euro oder ein Nokia-Handy um 79 Euro dazu. In den Billa-Filialen gibt es vorerst nur die SIM-Wertkarte, nicht aber die Handys.

Beratung

Dass es bei Billa keine Beratung gebe, sieht Wieser gelassen. Die Zielgruppe für den Tele2UTA-Diskonttarif seien etwa ein Drittel der österreichischen Handykunden, unabhängig von Bildungsschicht und Einkommen. Die Bedürfnisse der Handykunden hätten sich geändert: "Das Handy wird zum Mitnahmeprodukt, der Kunde will ein einfaches und billiges Produkt". Die Mehrheit der Österreicher wolle einen kalkulierbaren und einheitlichen Minutentarif und keine mehrmonatigen oder mehrjährigen Bindungsfristen, Mindestumsätze oder Aktivierungsentgelte, der Beratungsbedarf sei stark gesunken, das Internet werde als Vertriebsschiene immer wichtiger. Es setze sich zunehmend eine "pay as you go"-Philosophie durch, Handykunden wollten demnach nur das bezahlen, was sie auch effektiv vertelefonieren, so Wieser.

Im One-Netz

Tele2Uta bringt mit "Champion" den günstigen Tarif auf den Mobilfunkmarkt. Damit unterbietet das Unternehmen auf die Angebote der One-Tochter Yesss um einen Cent – allerdings setzt Yesss auf die Taktung 60/30. Mit einer Aussendung reagierte Yesss am Freitag den neuen Tarif. Darin betont das Unternehmen, dass man "weiterhin der günstigster Anbieter am Handymarkt" sei und "bemängelt die konsumentenunfreundliche Taktung" von "Champion". Auch sei der SMS-Versand bei Yesss um 5 Cent billiger.

Virtueller Mobilfunkbetreiber

Tele2UTA verfügt als so genannter virtueller Mobilfunkbetreiber (MVNO) über keine eigene Handylizenz, sondern funkt über das Netz von One.Per Ende 2005 hatte das Unternehmen 166.000 Handykunden (Ende 2004: 98.000), vier Fünftel davon sind Wertkartentelefonierer. Heuer sollen mindestens weitere 50.000 bis 60.000 Mobilfunkkunden dazukommen.

Bedenken

Zu den aktuellen Wettbewerbsbedenken der EU gegenüber der geplanten Übernahme von tele.ring durch T-Mobile Austria und dem verlängerten Prüfungsverfahren meinte Wieser: "Es ist immer gut, wenn Klarheit im Markt herrscht". Die Wettbewerbsbedenken der EU kann Wieser teilweise nachvollziehen, zumal durch die geplante Übernahme zwar zwei sehr große Spieler im Markt entstünden. Die effektive Wettbewerbsintensität hänge aber nicht von der Marktstruktur, sondern vielmehr von der Strategie der Spieler ab, meint Wieser.(sum/APA)

  • Tele2Uta-Chef Norbert Wieser
    foto. sum

    Tele2Uta-Chef Norbert Wieser

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