Mutmaßlicher Kriegsverbrecher Lukic plädiert auf nicht schuldig

3. März 2006, 19:57
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38-Jähriger erstmals vor UNO-Tribunal in Den Haag

Den Haag - Der von Argentinien ausgelieferte mutmaßliche bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Milan Lukic hat am Freitag vor dem UNO-Tribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag in allen Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert. Der 38-jährige ehemalige Paramilitär ist unter anderem wegen Verfolgung und Mordes sowie "unmenschlichen Verhaltens" gegenüber moslemischen Zivilisten in der Stadt Visegrad angeklagt. Lukic wiederholte in 21 Fällen sein Plädoyer "nicht schuldig".

Lukic, der für die Tötung von mehr als 140 bosnischen Moslems während des Balkan-Krieges verantwortlich sein, war im August 2005 in Buenos Aires gefasst worden. Ein Gericht in Belgrad verurteilte ihn vergangenes Jahr wegen Kriegsverbrechen, Entführung, Folter und Ermordung von 16 Moslems im serbischen Sjeverin im Oktober 1992 in Abwesenheit bereits zu 20 Jahren Haft. Er ist der Cousin des im vergangen September von der bosnischen Serbenrepublik an Den Haag überstellten Sredoje Lukic. Die beiden sollen im Bosnien-Krieg (1992-95) die Miliz "Weiße Adler" gegründet haben. (APA)

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