Mit leerem Bauch lernt es sich besser

1. März 2006, 12:19
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Zusammenhang zwischen dem Hormon Ghrelin sowie Lernfähigkeiten bei Ratten und Mäusen nachgewiesen

New Haven - Wissenschafter der Yale School of Medicine (New Haven, US-Bundesstaat Connecticut) haben für Ratten und Mäuse nachgewiesen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Hormon Ghrelin einerseits sowie Fähigkeiten wie Lernen und Merken andererseits besteht. Die Untersuchungen wurden in der Wissenschaftszeitschrift "Nature Neuroscience" veröffentlicht.

Die Wissenschafter um Tamas Horvath wussten bereits von früheren Untersuchungen an Ratten und Mäusen, dass das im Magen produzierte Ghrelin in der Hirnregion des Hippocampus Wirkungen zeigt. Dieser Bereich des Gehirns ist dafür bekannt, eine entscheidende Rolle beim Lernen und auch bei der Gedächtnisbildung zu spielen. Durch weiterführende Verhaltens-Experimente konnten die Forscher zeigen, dass durch Ghrelin verursachte Veränderungen im Gehirn tatsächlich mit verbesserten Lern- und Gedächtnisleistungen einhergehen.

Lernleistung

Da die Produktion von Ghrelin tagsüber und bei leerem Magen am höchsten ist, folgern die Forscher, dass Lernleistungen vor den Mahlzeiten am effektivsten sind. Horvath geht aber noch weiter. So sollten speziell Schulkinder nicht mit allzu üppigen Mahlzeiten am Morgen voll gestopft werden. Dies würde nämlich die Aufnahme- und Merkfähigkeiten für den wichtigen Vormittag minimieren, so der Experte.

Die neuen Erkenntnisse könnten möglicherweise auch zu neuen Medikamenten gegen gewisse Formen der Demenz führen. Es sei nachgewiesen, dass die Ghrelin-Produktion durch zunehmendes Alter und auch Fettleibigkeit abnehme. Keine schlüssigen Aussagen wagt Horvath allerdings zu der sich aufdrängenden Frage, ob möglicherweise Dickleibigkeit von Schulkindern mit verringerten Lernleistungen einhergeht. (APA)

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    Mit vollem Bauch lernt es sich schlechter. Experten empfehlen leichtere Mahlzeiten.

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