Calafatti wartet auf neue Pläne

13. März 2006, 13:02
1 Posting

Praterkonzept bis Juni fertig - Grüne lehnen weitere Parkplätze ab

Wien - Der Wiener Wurstelprater soll attraktiver werden, darin sind sich alle Beteiligten einig. Welche Veränderungen nun tatsächlich auf den in die Jahre gekommenen Vergnügungspark zukommen, ist jedoch nach wie vor unklar. Das Konzept des 2003 engagierten Masterplaners Emmanuel Mongon ließ lange auf sich warten - spätestens im Juni soll es präsentiert werden.

Aufschlüsse über Neuerungen gibt aber schon jetzt der Flächenwidmungsplan für den Prater, dessen Erstentwurf für Aufregung bei den Wiener Grünen sorgt. Darin sind drei neue Parkflächen vorgesehen: ein Parkhaus entlang der Ausstellungsstraße, ein Deck in der Perspektivstraße sowie eine weitere Fläche nahe des Schweizerhauses. "Es ist unverständlich, dass mit rund 1000 neuen Parkplätzen zusätzlich Verkehr angelockt werden soll, zumal gerade die U2 gebaut wird", kritisiert Gemeinderätin Sabine Gretner. Stattdessen sollten verstärkt vorhandene Parkflächen der angrenzenden Messe Wien und des entstehenden Einkaufszentrums beim Stadion genutzt werden.

Rathaus: Nur 150 neue Stellplätze

Im Rathaus spricht man hingegen von nur 150 zusätzlichen Stellplätzen, da die Schausteller im Gegenzug künftig nicht mehr im Pratergelände, sozusagen unterm Calafatti parken dürfen. Außerdem sei es nötig, eine neue Anlaufstelle für Busse zu schaffen, betont Klaus Vatter von der zuständigen Magistratsabteilung. Diese verstellen derzeit den Haupteingang, der ebenfalls einer Neugestaltung unterzogen werden soll.

Die Grünen befürchten auch, dass der Wurstelprater zu einer überdachten Geschäftsstraße umfunktioniert werden könnte, um einen Ganzjahresbetrieb zu ermöglichen. Der vorliegende Flächenwidmungsplan lässt nämlich eine Überbauung eines Großteils der zentralen Wege zu. Damit sollen lediglich Fußgeherbrücken oder Verbindungen zwischen Gebäuden ermöglicht werden, beruhigt man im Rathaus.

Fest steht, dass bis zur Fußball-EM 2008 zumindest die erste Umbau-Etappe abgeschlossen sein muss - dann herrscht eine Bausperre rund um das Stadion. (Karin Krichmayr; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.2.2006)

Share if you care.