Deutsche Bank will Krisenfonds wieder öffnen

9. März 2006, 16:57
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Krisenfonds der Tochter DB Real Estate soll am 3. März wieder geöffnet werden - Dem Fonds drohen Wertberichtigungen in Millionenhöhe

Frankfurt - Die Deutsche Bank will den Krisenfonds ihrer Tochter DB Real Estate am 3. März wieder öffnen. Das Vorgehen beim Immobilienfonds Grundbesitz-Invest sei mit der Bankenaufsichtsbehörde BaFin abgestimmt, teilte die DB Real Estate am Mittwoch in Eschborn mit.

Es werde erwartet, dass am 1. März das Wertgutachten für die Fondsimmobilien vorliegen und am 2. März der aktuelle Anteilswert auf Basis des Gutachtens berechnet werde. Am 3. März könnten dann wieder Anteile des Fonds zum neuen Ausgabe- beziehungsweise Rücknahmepreis gehandelt werden.

Flucht vor Wertberichtigungen

Dem Fonds drohen Wertberichtigungen in Millionenhöhe, weswegen viele Anleger aus dem Fonds geflohen waren. Daraufhin hatte ihn Deutschlands größte Bank Mitte Dezember geschlossen - ein bis dahin einmaliger Vorgang in der Nachkriegsgeschichte. Die Kritik von Anlegern, Konkurrenten und Politikern ebbte erst ab, als sich die Bank verpflichtete, die Anlegerverluste zum Teil auszugleichen.

Im Jänner mussten zwei weitere Immobilienfonds des Anbieters KanAm schließen. Hier hatte es nach einer Verkaufsempfehlung der Rating-Agentur Scope hohe Abflüsse gegeben. Das Vertrauen der Investoren in das Produkt scheint insgesamt gestört zu sein. Allein im Dezember und Jänner haben sie in aus den deutschen Immobilienfonds rund sieben Mrd. Euro abgezogen. Der Fondsverband BVI sah sich genötigt, ein Reformpaket vorzulegen, um wieder Ruhe in den Markt zu bringen. (APA/Reuters)

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