Stephansdom: Dompfarrer segnet auch gleichgeschlechtliche Paare

17. Februar 2006, 09:45
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"Segen der Liebenden" für tausend Gläubige entsprechend den Richtlinien der Bischofskonferenz

Wien – Ein "Segensgottesdienst für Liebende" sollte die Messe sein, zu der Dompfarrer Toni Faber am Dienstagabend in den Stephansdom geladen hatte. Mehr als tausend Gläubige kamen. Faber zeigte sich dementsprechend positiv überrascht, wie gut dieses Angebot angenommen wurde.

Sicherlich geholfen haben dabei die Diskussionen im Vorfeld der Messe. Dass zur Feier ausdrücklich auch gleichgeschlechtliche Paare geladen waren, hatte für einige Verwirrung und Berichte über eine "Messe für Homos und Heteros" gesorgt. Er handle entsprechend den Richtlinien der Bischofskonferenz, erklärte daraufhin der Dompfarrer. Denn beim Segen "für

die Liebenden" gab es einen gravierenden Unterschied: Eheleute sowie Verlobte sind gemeinsam, andere, also Paare, die "nicht in einer sakramentalen Ehe oder in Vorbereitung darauf" leben – so auch Homosexuelle –, einzeln gesegnet worden. Dieses Vorgehen hat Faber schon vor der Messe damit erklärt, dass so sehr wohl der einzelne Homosexuelle, entsprechend den Richtlinien der Bischofskonferenz, nicht aber die homosexuelle Lebensgemeinschaft als solche gesegnet werde.

Am Mittwoch setzte der Dompfarrer dann nach, und meinte etwas kryptisch, dass diese Art des Segensritus auch weiterentwickelt werden müsse. (red, DER STANDARD Priuntausgabe 16.2.2006)

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