Der Amadeus-Effekt

21. März 2006, 15:53
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Das "Mozartjahr" sorgt für Zusatzumsätze aus Nicht-EU-Ländern von vier Millionen Euro - Touristen aus der Ukraine sind mit 510 Euro am einkaufsfreudigsten

Wien - Touristen aus osteuropäischen Ländern lassen beim Einkaufen das meiste Geld in Österreich. So gibt ein Besucher aus der Ukraine durchschnittlich 510 Euro beim Shopping in Österreich aus, deutlich mehr als die dahinter folgenden Russen (429 Euro) und Rumänen (354 Euro). In Summe sind aber Urlauber aus den Nachbarländern Kroatien und Schweiz die größten Umsatzbringer für den heimischen Handel aus Nicht-EU-Ländern, geht aus aktuellen Daten für 2005 von Global Refund Austria hervor. Durchschnittlich gaben Touristen aus Drittländern in Österreich beim Einkaufen 270 Euro aus, geringfügig weniger als 2004 (274 Euro).

Kroaten, Schweizer und Russen haben im Jahr 2005 am meisten Geld für Einkäufe aus Nicht-EU-Ländern in Österreich gelassen, sagte Global Refund Austria-Chef Thomas Bundschuh am Mittwoch. Auf Urlauber aus diesen Ländern entfielen 14,1, 13 und 12,6 Prozent der relevanten Umsätze, also knapp 40 Prozent. Es folgt eine Gruppe von Überseeländern - Japan (9,3 Prozent), China (6,8 Prozent) und die USA (5,7 Prozent) - vor Rumänien (5,6 Prozent), Taiwan (3,8 Prozent), Ukraine (3,1 Prozent) und Südkorea (2,2 Prozent).

Marke "Mozart" zieht

Allein aus dem Titel "Mozartjahr" könnte ein Zusatzumsatz aus Nicht-EU-Ländern in der Größenordnung von vier Millionen Euro nach Österreich fließen, schätzt Bundschuh. Für Global Refund bedeute das einen Zusatzumsatz von 1,6 Millionen Euro. Direkte Auswirkungen dürften sich allerdings nur auf die "Mozartstädte" Wien und Salzburg beschränken. Die indirekte Wirkung sei schwer messbar. Der Begriff "Mozart" mache abstrakte Sympathiewerte für Österreich - wie Musik, Tradition, Kultur - konkret greifbar.

China-Boom bleibt aus

Das Ausbleiben des erhofften China-Booms führt Bundschuh auf administrative Hürden bei der Visa-Ausstellung zurück. China sei aber definitiv ein großer Markt der Zukunft und habe umsatzmäßig bereits die USA überholt. Für Reisende aus den USA sei Europa wegen der relativen Dollarschwäche zum Euro teuer geworden, Ähnliches gilt für Japan.

Bereinigt um die neuen EU-Länder stieg das Gesamtvolumen von Global Refund Austria im Jahr 2005 von 169,5 auf 190,2 Millionen Euro an, das entspricht einem Plus von 12,3 Prozent. "Wesentlich zu dieser Entwicklung beigetragen haben die Steigerungsraten der Touristen aus Russland, der Schweiz und Rumänien", so Bundschuh. Touristen aus diesen Ländern gaben beim Einkauf in Österreich um 19, 18 oder beachtliche 41 Prozent mehr aus als im Jahr davor. Die größte Steigerung gab es aber bei Gästen aus Taiwan, wo es nach den politischen Spannungen des Jahres 2004 im Vorjahr zu einer deutlichen Erholung (+126 Prozent) kam.

Japaner wieder sparsamer

Weniger Geld bei ihrem Einkaufsbummel in Österreich ließen im vergangenen Jahr Japaner (-3,1), Chinesen (-1,4) und US-Amerikaner (-1,1 Prozent) in Österreich.

Fast die Hälfte der Umsätze mit Nicht-EU-Touristen erzielte Wien (47 Prozent) vor der Steiermark (12,6 der Gesamtumsätze), Tirol (11,6), Vorarlberg (9,1), Niederösterreich (8) und Salzburg (7,8 Prozent).

Der private Dienstleister Global Refund bietet Touristen weltweit Serviceleistungen wie Mehrwertsteuer-Rückvergütungen an, jährlich werden rund 10 Mio. Transaktionen abgewickelt. (APA)

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    Ein Besucher aus der Ukraine gibt durchschnittlich 510 Euro beim Shopping in Österreich aus.

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