Kugelblitze aus dem Mikrowellenherd

15. Februar 2006, 23:50
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Wissenschafter erzeug­ten angeblich seltenes Blitz-Phänomen mit Küchen­gerät - For­scher hoffen auf Lösung des Kugelblitz-Rätsels

Wien - Israelische Wissenschafter nehmen einen neuen Anlauf, das nach wie vor umstrittene Phänomen der Kugelblitze endgültig zu erklären. Wie Vladimir Dikhtyar und Eli Jerby in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Physical Review Letters (Vol. 96/4) ausführen, gelingt es ihnen, Kugelblitze mit Hilfe eines Mikrowellenherdes zu erzeugen.

Mikrowellenherd und Glas, Keramik oder Basalt

Die Energiequelle von 600 Watt wurde einem herkömmlichen Mikrowellenherd, wie er auch in der Küche eingesetzt wird, entnommen. Mittels eines Rohres wird die Strahlung auf rund einen Kubikzentimeter konzentriert und auf Stoffe wie Silikon, Germanium, Glas, Keramik oder Basalt gerichtet.

Wenn dann das jeweilige Substrat geschmolzen ist und die Spitze des Rohres zurückgezogen wird, entstehen für den Bruchteil von Sekunden schwebende und teilweise sogar auf einer Oberfläche hüpfende Leuchterscheinungen in Form von kleinen Kugeln. So oder so ähnlich werden jedenfalls die seltenen Kugelblitze von Zeugen beschrieben.

Echte Kugelblitze?

Noch müsse endgültig geklärt werden, ob es sich tatsächlich um echte Kugelblitze handelt. Die Forscher sind aber zuversichtlich, dem Phänomen endlich auf den Grund gehen zu können und gleichzeitig auch praktische Anwendungen - etwa für die Kernfusion - zu entwickeln. (APA)

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    Kugelblitze sind nach wie vor ein kaum erforschtes Phänomen.

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