22. Februar 2006, 14:59
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18 Jahre sei er inzwischen im Journalismus tätig, die meiste Zeit davon habe er der Gesellschaftsberichterstattung gewidmet. "Bisher ich bin noch nie am glatten Parkett ausgerutscht", verriet der Society-Reporter Dominic Heinzl am Dienstag im Wiener Straflandesgericht. Das könnte sich bald ändern: Ein Ex-Model hat ihn wegen Beleidigung und übler Nachrede geklagt, nachdem Heinzl sie als "Parteiluder" bezeichnet hatte.

"Grobe Beschimpfung"

Als die 37-jährige Frau, die seit längerem mit einem FPÖ-Politiker liiert ist und daher auch privat öfters mit Parteifunktionären Umgang pflegt - diese Bezeichnung in Heinzls wöchentlicher Kolumne in der Info-Illustrierten "News" las, war sie entrüstet. "Für mich ist das echt eine grobe Beschimpfung! Das ist nicht mehr lustig! Für mich klingt das, als wäre ich die Matratze der FPÖ, die ärgste Schlampe!", zeigte sie sich vor Richterin Brigitte Zeilinger empört.

"Wollte niemanden kränken"

Heinzl konnte das nicht nachvollziehen: "Ich wollte niemanden kränken. Was ich wollte, war zu unterhalten." Er habe die Klägerin öfters "umgeben mit FPÖ-Sympathisanten und Funktionären" beobachtet, etwa bei einem Clubbing oder einem Promi-Skirennen. Das Attribut "Parteiluder" sei in Wahrheit "eine Auszeichnung", meinte Heinzl.

Es bezeichne nämlich eine Frau, "die hübsch ist, sich in der Öffentlichkeit bewegt, ihre Reize einsetzt, um die Manner durch ihr Auftreten, ihre Kleidung, ihre Blicke zu beeindrucken. Eine, die es versteht, Männern schöne Augen zu machen und den Kopf zu verdrehen", führte Heinzl aus.

"Für eine Frau ist das nicht angenehm. Die Männer verstehen das nicht", gab die Richterin zu bedenken. "Man muss heutzutage locker-flockig schreiben", hielt Heinzl dem entgegen. Er habe beispielsweise Christina Lugner ein "Opernball-Luder" genannt und Jeannine Schiller als "Mode-Luder" bezeichnet: "Sowohl die eine als auch die andere reden noch mit mir." In der Society-Berichterstattung werde man eben "nicht nur gelobt. Man wird auch gehäkerlt."

Verhandlung vertagt

Die Verhandlung wurde schließlich auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Richterin möchte eine aktuelle Strafregisterauskunft des Beklagten einholen und vor allem Vergleichsgespräche zwischen den Streitparteien in Gang bringen. (APA)

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    foto: der standard
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