Heras von Vuelta-Rekordsieg zu möglichem Karriereende

17. März 2006, 20:06
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32-jähriger Spanier wegen EPO-Dopings zwei Jahre gesperrt - CAS-Berufung angekündigt; Mentschow neuer Vuelta-Sieger 2005

Madrid - Weniger als fünf Monate lang durfte er sich Rekordsieger nennen. Am Mittwochabend ist dem Spanier Robert Heras sein im September 2005 eingefahrener vierter Titel bei der "Vuelta a Espana" aberkannt worden. Der Russe Denis Mentschow wurde nachträglich zum Sieger erklärt. Der spanische Radsport-Verband (RFEC) belegte den 32-jährigen Heras zudem wegen in A- und B-Probe nachgewiesenem EPO-Dopings mit einer zweijährigen Sperre.

"Ich muss das Resultat akzeptieren, ziehe es aber in Zweifel", sagte der mutmaßliche Dopingsünder nach Bekanntgabe des Strafmaßes. Heras-Anwalt Jose Maria Buxeda kündigte bereits am Donnerstag an, gegen die Sperre zu berufen. Den Rechtsanwälten bleibt ein Monat Zeit, eine letztinstanzliches Urteil vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne zu erwirken. Sollte dieser die zweijährige Sperre bestätigen, droht Heras das Karriereende.

Der spanische Rennstall Liberty Seguros hatte seinen Star bereits nach Bekanntwerden des Doping-Verdachtes am 8. November als in weiterer Folge berechtigte "Präventivmaßnahme" mit sofortiger Wirkung suspendiert. Heras war nach der vorletzten Etappe der Vuelta 2005 positiv auf das Blutdopingmittel Erythropoetin (EPO) getestet worden. Der ausgewiesene Kletterspezialist hatte das abschließende Zeitfahren zuvor auf dem für ihn überraschend starken zweiten Platz beendet.

Der Kastilier beteuerte jedoch einmal mehr seine Unschuld, machte Fehler im Labor für die positiven Tests verantwortlich. "Ich bin davon überzeugt, dass die Analyse-Methoden von EPO keine Garantien geben können. Ich habe mir noch nie Dopingsubstanzen verabreicht", sagte Heras eine Woche nach seinem 32. Geburtstag. EPO steht seit 1990 auf der Liste verbotener Produkte des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und kann seit 2000 nachgewiesen werden.

Da Dopingsünder auf Basis der Ethik-Charta vier Jahre lang nicht von ProTour-Teams verpflichtet werden dürfen, scheint das Ende von Heras' zehnjähriger Profi-Karriere wahrscheinlich. Der Spanier hatte die Rundfahrt im eigenen Land erstmals im Jahr 2000 gewonnen, war danach als wichtigster Helfer von Lance Armstrong bei der Tour de France beim Team US Postal engagiert.

Nun verhinderten die Doping-Kontrollore nach Siegen 2003 und 2004 den Vuelta-Hattrick, machten Mentschow zum ersten russischen Gesamtsieger. Auf die Plätze zwei und drei rückten die Spanier Carlos Sastre und Francisco Mancebo vor.(APA/AFP/Reuters)

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