Zwangsupdate für zahlreiche Office-BenutzerInnen

22. Februar 2006, 14:05
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Microsoft hatte Prozess wegen Patentverstoß verloren - Probleme für zahlreiche Firmen befürchtet

Aufgrund eines Gerichtsbeschlusses bittet Microsoft einen Teil seiner Office-KundInnen auf eine neue Version der Software upzugraden. Bisherige Version enthalten Code-Komponenten, die als Patentverstoß gewertet wurden.

Kooperation

Konkret geht es dabei um die Art und Weise wie Excel und Access in einem Dokument zusammenarbeiten. Im Sommer hatte ein Gericht entschieden dass durch die Microsoft-Implementation die Patentrechte des guatemaltekischen Erfinders Carlos Armando Amado verletzt würden. Neben einer Schadenersatzzahlung von 8,9 Millionen US-Dollar wurde der Konzern auch zur Entfernung der umstrittenden Code-Teile verurteilt.

Betroffen

Davon betroffen sind laut dem Softwarehersteller Microsoft Office Professional Edition 2003, Microsoft Office Access 2003, Microsoft Office XP Professional und Microsoft Access 2002. Für diese werden nun auf einer eigenen Webseite Aktualisierungen angeboten.

Problematik

Für manche Unternehmen könnte sich dieses Update allerdings als recht schwierig herausstellen, denn die Variante für Office 2003 setzt das Service Pack 2 voraus - das aber wohl noch nicht alle eingespielt haben dürften. Gartner-Analyst Michael Silver sieht durch diesen Umstand problematische Auswirkungen für zahlreiche Firmen, immerhin ist so ein Wechsel nicht von einem Tag auf den anderen zu bewerkstelligen, vor allem wenn zahlreiche für das Unternehmen von kritischer Bedeutung seiende Excel- oder Access-Anwendungen vorhanden sind.

Rechtliche Fragen

Genau hier entsteht aber das Problem, denn die Microsoft-Lizenzbedingungen sehen zwar einen Schutz der eigenen KundInnen vor Patentansprüchen Dritter vor, allerdings nur, wenn diese auch umgehend bereit gestellte Updates einspielen. Eine längere Testphase bedeutet für Unternehmen damit auch eine gewisse Rechtsunsicherheit.

Beihilfe

Microsoft versucht unterdessen die möglichen Auswirkungen zu relativieren, diese würden ohnehin nur einen kleinen Teil der eigenen KundInnen betreffen, so Sunny Jensen Charlebois, Senior Product Manager bei Microsoft, gegenüber c'net. Diesen will man zusätzlich bei dem Wechsel zur Seite stehen, um allfällige Probleme zu minimieren. (red)

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